Als Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, der Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM, die Ergebnisse einer neuen Domain-Studie bekanntgab, hatte er eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute zuerst: Was die Präsenz im Internet angeht, liegen die Deutschen hinter den Amerikanern weltweit auf Platz zwei. Der Wermutstropfen dabei: Innerhalb Deutschland ist ein starkes Ost-West-Gefälle bei der Anzahl registrierter .de-Domains erkennbar. Die neuen Bundesländer – ausgenommen Berlin – bilden das Schlusslicht im deutschsprachigen Web.
Deutliches Ost-West-Gefälle
"Dass sich Deutschland weltweit so stark positioniert, ist ein positives Zeichen. Die Chancen, die in der Internetpräsenz liegen, sollten auch in den neuen Bundesländern stärker genutzt werden", kommentierte Prof. Dr. Scheer die vorliegenden Zahlen. Die Unterschiede zu den alten Bundesländern sind teils erheblich: Ende 2007 kamen in Hessen und Bayern auf tausend Einwohner knapp 150 Internetadressen, fast drei Mal so viele wie in Mecklenburg-Vorpommern mit 65 und Sachsen-Anhalt mit 54 Web-Adressen.
Schlusslicht Ostdeutschland: Alle fünf Internethochburgen liegen in den alten Bundesländern. Bild: BITKOM
Sieben Prozent aller .de-Adresse im Ausland registriert
Allgemein scheint der Trend zur eigenen Website seit Ende der neunziger Jahre jedoch ungebrochen zu sein: Das am häufigsten weltweit verwendete Kürzel ist mit 75 Millionen registrierten Domains weiterhin die .com-Adresse, doch schon an zweiter Stelle folgt mit derzeit 12 Millionen Domains die Endung .de. Nicht alle davon wurden von Deutschland aus beantragt, rund sieben Prozent der .de-Adressen wurden im Ausland registriert, vor allem in der Schweiz, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Deutschland selbst haben sich einige wenige Städte zu rechten Internethochburgen entwickelt. In der Universitätsstadt Regensburg beispielweise kommen auf tausend Einwohner 380 Webadressen. In München sind es 317, in Nürnberg 298 und in Frankfurt am Main 296.
André Vatter