Oliver Steil, Chef der debitel Group, sieht in dem Zusammenschluss "die logische Konsequenz der nachhaltigen Wachstumsstrategien der beiden Unternehmen". In einer ersten Stellungnahme führte er weiter aus: "Die wirtschaftliche Logik des Marktes gebietet es zu prüfen, ob man in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld gemeinsam nicht noch besser aufgestellt ist als allein. Und das sind wir."
Spoerr: "Ein Meilenstein"
Freenet-Chef Eckhard Spoerr bläst in ein ähnliches Horn. Er sieht eine einmalige Vertriebskraft im deutschen Mobilfunkmarkt, die unter anderem von den künftig über 1.000 Shops und Vertriebspartnern wie Media Markt und Saturn gesteuert wird. "Unser Ziel ist es, weiteres Wachstum zu generieren, zum Wohle unseres Unternehmens und zum Wohle unserer Partner", sagte Spoerr, der weiter ausführte: "Diese Transaktion ist ein Meilenstein in der lang diskutierten Konsolidierung im deutschen Telekommunikationsmarkt."
debitel-Chef in den freenet-Vorstand
Im Rahmen des Zusammenschlusses ist geplant, das freenet-Management zu erweitern: Es ist beabsichtigt, dass der freenet-Aufsichtsrat Oliver Steil und Joachim Preisig, der bisher als Finanzchef bei debitel tätig war, nach dem Vollzug der Transaktion als ordentliche Vorstandsmitglieder in den Vorstand der freenet AG berufen wird. Oliver Steil soll die Bereiche Vertrieb und Kundenmarketing verantworten, Joachim Preisig übernimmt die Bereiche Operations und Integration.
Keine guten Nachrichten für Aktionäre
Für freenet-Aktionäre bedeutet die vollzogene Übernahme unterdessen nichts Gutes: im Jahr 2008 soll aufgrund der Transaktion keine Dividende gezahlt werden. Zuletzt war ihnen der Mund mit einem alternativen Angebot der United Internet AG wässrig gemacht worden. Die Muttergesellschaft des DSL-Providers 1&1 hatte zuletzt in Aussicht gestellt, 16 Euro pro freenet-Aktie zu zahlen. An der Börse schloss die Freenet-Aktie am Freitag mit 11,26 Euro.