Im Poker um die
Übernahme des Internetkonzerns Yahoo ist in der Nacht zum Sonntag ein Ultimatum des Software-Giganten Microsoft verstrichen. Bis zum Ablauf der Frist um Mitternacht (09.00 MESZ) äußerte sich keine der beiden Seiten. Damit droht nun eine
feindliche Übernahme durch Microsoft.
Angebot stets zurückgewiesen
Der Finanzchef des Konzerns, Chris Liddell, hatte am Donnerstagabend erklärt, sollte das Ultimatum verstreichen, werde sich sein Unternehmen entweder für eine feindliche Übernahme direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden oder sein Angebot zurückziehen. Yahoo bezeichnete das Übernahme-Angebot Microsofts in Höhe von knapp 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) stets als
zu niedrig.
Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme vor allem seine Position im Markt für Onlinewerbung ausbauen und damit den Marktführer Google angreifen. Google wird dieses Jahr nach Schätzung der Marktforscher von eMarketer mehr als 30 Prozent der Umsätze in diesem Geschäft kassieren, Yahoo 14 Prozent und Microsoft knapp sieben. Selbst bei einem Zusammenschluss lägen Microsoft und Yahoo damit also weiter hinter Google. Internetwerbung wird für Microsoft immer wichtiger, da kostenlose werbefinanzierte Internetsoftware den Programmen des Konzerns aus Redmond zunehmend Konkurrenz macht.
Hayo Lücke
/ afp