Freitag, 25.04.2008 08:31

OLPC: Lieber Windows als Linux

aus dem Bereich Sonstiges
Der als günstiges Notebook für Schüler in Entwicklungsländern an den Start gegangene XO-Laptop der Initiative "One Laptop per Child" (OLPC) findet nur schleppenden Absatz. Um den Verkauf anzukurbeln wird darüber nachgedacht, die Billigrechner mit Windows XP statt mit Linux auszustatten.

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Open Source schreckt ab

OLPC-Gründer und Geschäftsführer Nicholas Negroponte hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) geäußert, dass er sich vorstellen könnte zukünftig die OLPC-Rechner nur noch mit Windowx XP zu betreiben. Mit Microsoft wurde bereits seit längerem über eine Version mit Dual Boot-Funktion verhandelt. Negroponte bezeichnet sich selber zwar als Anwalt von Open Source-Software, doch er sei kein Open Source-Fundamentalist. Die selbst entwickelte grafische Benutzeroberfläche Sugar sei teils chaotisch entwickelt worden, da meist ein Software-Architekt fehle, der diesen Prozess steuert. Auch die neuesten Versionen der weit verbreiteten Flash-Animationen werden von einem reinen Linux-basierten System nicht unterstützt. Potentielle Interessenten für den OLPC-Rechner würden dadurch eher von einem Kauf abgeschreckt. Auf den Rechnern sollte aber auf jeden Fall auch Open Source-Software eingesetzt werden.

Bisher wurden 500.000 Geräte verkauft

Eine bessere Vermarktung des OLPC-Laptops ist notwendig, da statt der erhofften mehreren Millionen Notebooks lediglich rund 500.000 Discountrechner abgesetzt werden konnten. Am Mittwoch wurde der OLPC auch dem Europaparlament in Straßburg vorgestellt. Die seit rund zwei Jahren laufenden Bemühungen von OLPC, einen kostengünstigen Rechner auf den Markt zu bringen, fordert innerhalb der Initiative erste Opfer. OLPC-Präsident Walter Bender, die Nummer zwei hinter Negroponte, hat letzte Woche das OLPC-Projekt verlassen, da er nach zwei Jahren ausgebrannt sei. Auch der ursprünglich angedachte Preis von 100 US-Dollar pro Laptop hatte sich nicht halten lassen. Aktuell liegt der Preis doppelt so hoch – bei knapp 200 US-Dollar.
Jörg Schamberg
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