Die Gerätebedienung per Taste oder Sprachbefehl ist ein alter Hut – alles schon gehabt. In jüngster Zeit ist eine neue Kontrollmöglichkeit in den Fokus der Entwickler gerückt: die Beweglichkeit der menschlichen Hand. Einige Handys unterstützen – wenn auch erst rudimentär – bereits die sogenannte Gestensteuerung, so auch das kürzlich vorgestellte
Sony Ericsson W380i. Der koreanische Gerätehersteller
Samsung will nun einen Schritt weitergehen und auch komplexe Programmabläufe durch Fingerzeige steuern lassen.
Die Kamera guckt zu
Die Pläne wurden durch einen neuen
Patentantrag (Antragsnummer 20080089587) bekannt, den Samsung Ende letzter Woche beim US Patent & Trademark Office eingereicht hat. Demnach sollen sechs Handbewegungen die Steuerung im Handysystem übernehmen – ohne, dass dabei das Display berührt wird. Tragende Funktion kommt dabei der integrierten Kamera zu, welche die Bewegungen registriert. Nach einem Abgleich mit der Gestendatenbank wird der Befehl entsprechend übersetzt.
Steuerung dank Schnickschnackschnuck - die Gestenkontrolle. Bild: US Patent & Trademark Office
Wie ein Blick auf die Grafik verrät, müssen sich Handybenutzer bis zu sechs Bewegungsabläufe einprägen. So aktiviert das Strecken des Zeigefingers den Mauszeiger. Um Objekte zu bewegen genügt eine Drehung der Hand, für einen Rechtsklick muss der Daumen unter dem Handballen verschwinden. Ob die Fingerübungen auf lange Sicht den Tastendruck in Sachen Komfort tatsächlich ablösen können, bleibt fraglich. Samsung hat jedenfalls noch kein Wort darüber verloren, wie – oder ob – die Gestensteuerung zur Anwendung gebracht werden soll.
André Vatter