Montag, 21.04.2008 15:50

Obermann sieht Telekom als Regulierungsopfer

aus dem Bereich Sonstiges
In der N24-Interviewsendung "Was erlauben Strunz" plaudert René Obermann aus dem Nähkästchen eines Weltkonzerns. Der Telekom-Chef spricht über die aktuelle Entwicklung am Telekommunikationsmarkt, Personalfragen, über die anstehenden Umbaumaßnahmen – und spart bei alldem nicht mit Kritik an der derzeitigen Regulierungspolitik.

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"Asymmetrische Regulierung"

Die Telekom sei eines der wenigen Unternehmen, "wo sehr genau hingeguckt wird, wie wir unsere Produkte und Preise gestalten, damit unsere Wettbewerber möglichst bevorteilt werden", sagte Obermann. "Das ist einfach Fakt so, man nennt das asymmetrische Regulierung." Um seine Kritik zu untermauern, führt der Telekom-Chef das Beispiel der Wochenendarbeit an: "Die Wettbewerber beschweren sich darüber, dass wir samstags Service-Leistungen für unsere Kunden anbieten können: Das haben wir uns hart errungen, gemeinsam mit unserem Sozialpartner. Es wurden auf beiden Seiten viele Kompromisse gemacht. Und jetzt sind wir in der Lage, samstags Service-Arbeit vor Ort bei unseren Kunden zu machen und zum Beispiel bei Störfällen unsere Leute rauszuschicken. Jetzt werden wir scheinbar gezwungen das auch unseren Wettbewerbern anzubieten, also auch für unsere Wettbewerber solche Dienstleistungen zu machen." Die Regulierung stelle der Telekom zu viele Hürden in den Weg – einzig, um die Konkurrenz stärker zu machen. "Ich halte das für falsch", resümiert Obermann.

Innovationen und Investitionen erschwert?

Angesprochen auf die geplanten Umbaumaßnahmen innerhalb des Konzerns und der Neuaufstellung am Markt, zeigt sich der Top-Manager wenig zuversichtlich: Ob die geplanten Unternehmensreformen "zwei, drei oder fünf Jahre" dauern, hinge in erster Linie von Rahmenbedingungen ab, die man nicht beeinflussen könne: "Wenn die europäische Regulierung diesen Sektor Telekommunikation weiter so behandelt, wie sie es bislang getan hat und versucht, dann wird auch in Deutschland das Geschäft dadurch massiv erschwert", sagt Obermann und fügt warnend hinzu: "Und auch die Innovationsentwicklung und auch die Investitionen in diesem Lebensnerv der deutschen Wirtschaft werden dadurch nicht einfacher."

Letztes Mittel Kündigung

Im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen schließt Obermann weitere Kündigungen innerhalb der Belegschaft nicht aus: "Wir sind immer über freiwillige Regelungen gegangen. Wir haben versucht, wo immer es möglich ist, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen. Gibt es dafür eine Garantie für die Zukunft? Nein. Das muss ich ganz klar sagen, wenn es in manchen Bereichen nicht anders geht, dann haben wir nur dieses eine Mittel." Den von der Koalition ins Spiel gebrachte Mindestlohn hält er für falsch: "Ich glaube, dass es den Sozialpartnern besser zusteht, Löhne festzustellen und nachfragegerecht zu ermitteln, als dass es über die Politik geschieht."
André Vatter
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 Niedrige Preise und niemanden rausschmeißen geht halt nicht! (2 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von fruli am 22.04.2008 um 13:52 Uhr
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