Dienstag, 22.04.2008 09:18

Digitale Kluft zeigt sich bei der E-Mail-Nutzung

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
Digital Divide – zu Deutsch: digitale Spaltung oder Kluft – kann nicht nur international beobachtet werden, sondern auch innerhalb eines Landes auftreten. Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V., kurz Bitkom, mitteilt, hängt die Nutzung von E-Mails weiterhin stark vom jeweiligen Grad der Bildung ab.

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Große Unterschiede

Laut Bitkom versenden lediglich 30 Prozent der Deutschen mit Hauptschulabschluss täglich E-Mails. Bei der Gruppe der Abiturienten hingegen sind es mit 67 Prozent mehr als doppelt so viele. Im Mittelfeld liegen die Realschulabsolventen, von denen 46 Prozent jeden Tag E-Mails nutzen. "Die digitale Kluft ist in Deutschland weiterhin erschreckend groß", kommentiert August-Wilhelm Scheer, Präsident des Bitkom-Verbandes. Zudem würden bildungsferne Schichten zu Hause seltener über einen Internet-Anschluss verfügen. Ein Grund hierfür sind wohl auch die Kosten für die Hardware. Nach Ansicht von Bitkom würden die Hersteller jedoch künftig auch in Deutschland vermehrt einfach ausgestattete und sehr preiswerte Geräte anbieten. So könnten sich finanzschwache Personen die Welt des Internet leichter erschließen.

Informatik als Pflichtfach

In der Pflicht sieht Scheer auch die Schulen: "Die IT-Ausstattung der deutschen Schulen ist so schlecht wie in kaum einem anderen europäischen Land. Dabei sind grundlegende IT-Kenntnisse und -Erfahrungen in den meisten Berufen heute Standard", sagt der Bitkom-Präsident. Informatik solle ein Pflichtfach sein und neue Medien sollten im gesamten Fächerkanon als Lehr- und Lerninstrument standardmäßig Einsatz finden, fordert Scheer.

Neben dem Bildungsgrad wirkt sich auch das Alter auf die private E-Mail-Nutzung aus. Während von den 14- bis 29-Jährigen fast drei Viertel täglich E-Mails schreiben, sind es bei den 45- bis 59-Jährigen nur 49 Prozent. Aus der Gruppe der über 60-Jährigen erledigen dies nur noch 27 Prozent täglich. Weitere Unterschiede zeigen sich beim Geschlecht: Demnach ermittelte Bitkom, dass zwar 59 Prozent der Männer, aber nur 43 Prozent der Frauen täglich private E-Mails versenden.

Die Angaben sind repräsentativ und beruhen auf dem Webmonitor, einer regelmäßigen Erhebung von Bitkom und dem Marktforschungsinstitut Forsa. Befragt werden jeweils 1.000 Personen ab 14 Jahren, die in Privathaushalten leben.
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Einflüsse auf die E-Mail-Nutzung. Bild: Bitkom
Saskia Brintrup
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