Dienstag, 22.04.2008 16:20

Stauwarnungen per Mobilfunknetz noch 2008

aus dem Bereich Mobilfunk
Das Handynetz erhält immer mehr Aufgaben. Es wird mittlerweile nicht nur zum mobilen Surfen im Internet genutzt, künftig sollen die Bewegungsdaten von Mobilfunkgeräten auch einer präziseren Verkehrsbeobachtung dienen. Navigationsgeräte könnten dank dieser Technik genauere Stauwarnungen liefern.

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SIM-Karten Bewegungsprofile

Der österreichische Mobilfunkprovider A1 hat kürzlich in Linz ein Pilotprojekt zum Testen dieser Technik erfolgreich abgeschlossen. Gegenüber der Presseagentur "Pressetext" (pte) erklärte Reinhard Zuba, Bereichsleiter Marketing bei Mobilkom Austria, das Vorgehen bei der Datensammlung. Alle aktiven SIM-Karten im Netz von A1 liefern Bewegungsdaten. Gesammelt werden nur Ort und Zeit, keine personenbezogenen Informationen. Datenschutzbedenken seien daher unbegründet, wie bei Bewegungen eines Bienenschwarms, sei nur das Gesamtprofil von Interesse. Verläuft das Bewegungsprofil eines Handys mit einer bestimmten Geschwindigkeit entlang einer Straße, so können die Techniker bei A1 davon ausgehen, dass es sich um ein Mobilfunkgerät in einem Auto handelt.

Selbstlernendes System

Das System soll selbstlernend sein und zwischen Autos und etwa einem Zug unterscheiden können. Die gewonnenen Informationen werden über Straßenpläne gelegt und geben so Aufschluss über besonders belastete Straßenabschnitte, Stauungen und die Fließrichtungen des Verkehrs. Die gewonnenen Rohdaten stellt der Mobilfunkprovider Serviceanbietern und Herstellern von Navigationsgeräten zur Verfügung. Derzeit sei man in Gesprächen mit mehreren Unternehmen, die Interesse an der Lösung gezeigt haben.

Der niederländische Mobilfunkgerätehersteller TomTom hat bereits die Nutzung von Mobilfunkinformationen zur Verbesserung der Verkehrswarnungen von TomTom-Navigationsgeräten angekündigt. Noch dieses Jahr soll der HD Traffic genannte Service in der Schweiz, in Deutschland und Großbritannien starten. In den Niederlanden gibt es diesen Service bereits seit November 2007.
Jörg Schamberg
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