Montag, den 21.04.2008 00:01

Spaziergang in Pompeji: Cyberwalk machts möglich

aus dem Bereich Sonstiges
Schon seit Jahrzehnten wird mit dem Cyperspace experimentiert. Mittels übergroßer Brillen samt eingebauten Bildschirm soll der Nutzer in fremde Welten abtauchen können, ohne auch nur einen Schritt machen zu müssen – zumindest in der Theorie. Durchsetzen konnten sich die virtuell begehbaren Welten bislang nur in Flug- und Militärsimulationen, und leiden meist immer noch an der unterirdisch hässlichen Grafik, die statt dem Gefühl virtueller Realität höchstens Übelkeit hervorruft.

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Spaziergang in Pompeji

Wenn sich aber fünf führende Forschungsgruppen aus unterschiedlichen europäischen Forschungsinstitutionen zusammenschließen, um ein Projekt namens Cyberwalk ins Leben, zu rufen mit dem man laut Website durch das vom Vesuv bedrohte Pompeji spazieren kann, darf man durchaus gespannt sein. Im Prinzip handelt es sich wieder um eine "normale" virtuelle Umgebung, die mittels einer Cyberspace-Brille wahrgenommen wird.

Der Clou ist hierbei ein omnidirektionales Laufband, das heißt, es kann sich in sämtliche Richtungen bewegen. Läuft der Proband los, wird dies vom System erkannt und die Laufplattform entsprechend bewegt. Das Ergebnis ist 360-Grad Bewegungsfreiheit im virtuellen Raum – in dieser Form bisher einmalig. Zur Verdeutlichung sei das Video der Website empfohlen. Auf diesem ist auch zu erkennen, dass die Technik schon ganz gut funktioniert, wenn sie auch etwas träge wirkt. Die 3D-Darstellung hingegen bewegt sich auf dem gleichen niedrigen Niveau, wie man es vom Cyberspace gewohnt ist.

cyberwalk.jpg
Cyberwalk durch Pompeji.
Bilder: Max-Planck-Institut, Tübingen

Grafik anno 1996

Rund 2,5 Millionen Euro hat der Cyberwalk gekostet, den Löwenanteil hat mit 1,9 Millionen Euro die Europäische Union beigesteuert. Mit der TU München sowie dem Max-Planck-Institut sind auch deutsche Vertreter am Projekt beteiligt. Fraglich, warum bei dem Cyberwalk die Grafik im Jahre 2008 derart vernachlässigt wird. Auch wenn es sich vorerst nur um einen Prototypen handelt: So wird die Technologie kaum neue Freunde finden.
Marcel Petritz
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