Die seit Jahrzehnten ungelöste Tibet-Frage - kulturelle Eigenständigkeit oder untrennbarer Bestandteil der chinesischen Volksrepublik - wird im Olympia-Jahr mit allen Mitteln ausgetragen. Selbst im Internet toben heftige
Cyberschlachten und Hacker machen sich angeblich bereit für Anschläge.
DDoS-Attacke gegen CNN
Nach Angaben des Blogs
thedarkvisitor.com planen chinesische Hacker am Samstag, 19. April, um 20 Uhr Pekinger Ortszeit (14 Uhr in Deutschland) eine dreistündige
DDoS-Attacke gegen die Webseite des amerikanischen Nachrichtensender CNN. Zu diesem Zweck kursieren in der chinesischen Hackerszene auf verschiedenen chinesischen Webseiten und Blogs Aufrufe zur Teilnahme an dieser Aktion. Mehr Details konnte der Dark-Visitor-Betreiber nicht herausbekommen, da die weiteren Angaben auf den Webseiten für ihn zu technisch seien.
Aufruf zu Straßenprotesten in Europa
Für den gleichen Tag ruft auch die chinafreundliche Webseite anti-cnn.com, die bemüht ist angebliche Tatsachenverdrehungen bei der Berichterstattung westlicher Medien über China aufzudecken, zu Protestkundgebungen in Berlin, London, Paris und Amsterdam auf. Der Blog Dark Visitor geht davon aus, dass die Hackergruppe
Red Hacker Alliance möglicherweise hinter der eventuell geplanten Hackerattacke gegen CNN steht und damit die geplanten Straßenkundgebungen in Europa unterstützen will. Diese Gruppierung hätte auch in der Vergangenheit mit
Hacks gegen andere Webseiten auf sich aufmerksam gemacht.
Update: Hackerangriff verschoben
Nach aktuellen Informationen von
Dark Visitor hat sich die Hackergruppe "Revenge of the Flame" als verantwortlich für den geplanten Hackerangriff gegen CNN bezeichnet. Per Mitteilung auf einer Webseite haben sie die für den 19. April geplante Attacke angeblich wieder abgesagt, da mittlerweile zu viele Leute von den Plänen erfahren hätten. Zu einem späteren Zeitpunkt wolle man den Angriff aber starten. CNN
meldete unterdessen, dass die Webseite des Nachrichtensenders am Donnerstag vorübergehend im asiatischen Bereich mit Problemen zu kämpfen hatte. Vorsichtshalber wurde der Internet-Traffic der Seite daraufhin gefiltert. Als Folge sei die CNN-Seite für einige Nutzer in Asien kurzfristig schwerer oder gar nicht erreichbar gewesen.
Am Sonntag gab es erneut eine Wendung in dieser Geschichte: Der Anführer von "Revenge of the Flame" wies laut Blog
Dark Visitor jedwede Planung von Hackerattacken zurück und nahm seine Webseite vom Netz. Von nun an sei seine Gruppierung nur noch eine patriotische Studentenorganisation.