Zombies sind fremdgesteuerte, untote Schauerwesen. Ähnlich verhält es sich mit von Cyberkriminellen gekaperten Rechnern, die bevorzugt für massenhaften
Spam-Versand oder
DDoS-Angriffe missbraucht werden. Die Experten der Security Labs von G Data, einem Hersteller von Sicherheitssoftware, haben in einer Analyse für das erste Quartal 2008 eine Top Ten der Länder mit den meisten
Zombie-PCs erstellt.
Deutschland an der Spitze
G Data ermittelte, dass sich Deutschland und Italien den undankbaren ersten Platz auf der Liste der gekaperten Rechner teilen. In beiden Ländern wurden jeweils rund zehn Prozent aller weltweit in Bot-Netzwerke eingebundenen Zombie-PCs ermittelt. Die bevölkerungsreichen Länder China, Russland und USA verzeichnen dagegen jeweils nur einen Anteil von fünf bis sechs Prozent solcher von Cyberkriminellen genutzten Rechner. Durchschnittlich werden täglich rund 350.000 Zombie-PCs eingesetzt. Zeitweise konnte G Data sogar den Einsatz von rund 700.000 Rechnern für den Spam-Versand verzeichnen.
Ständige Jagd nach ungeschützten Rechnern
Immer mehr PCs werden zu ferngesteuerten Zombies.
Bild: G Data
Die kriminellen Netzwerke, die mit Spam-Versand, DDos-Attacken,
Phishing,
Pharming, Malware und Datendiebstahl jährliche Umsätze in Milliardenhöhe machen, sind ständig auf der Suche nach ungeschützten Rechnern. Dabei werden Rechner in Ländern mit gut ausgebauter IT-Infrastruktur bevorzugt, die über schnelle DSL-Leitungen verfügen. Für G Data ist damit auch die Spitzenposition von Deutschland und Italien erklärbar.
Die Zahl der Backdoor-Schädlinge, durch die erst ein Fernsteuern von PCs ermöglicht wird, hat sich nach Angaben von G Data in den vergangenen zwei Jahren fast verfünffacht. Sie lauern auf gefälschten oder besonders präparierten Websites auf ihre Opfer. In Deutschland surft jeder Zweite ohne aktuellen
Virenschutz im Netz. Daher könnten diese Computernutzer leicht zu Opfern solcher Cyberattacken werden.