Schussgeräusche und lärmende Rennwagen: Es dudelt in manchem Elektromarkt oder Kaufhaus, wie in einer Spielhalle. Zahlreiche Kinder und Jugendliche scharen sich um die wenigen zum Testen bereitgestellten
Spielkonsolen. Manche vergessen, dass eigentlich Schule angesagt ist. Schulschwänzern will die Innenministerkonferenz nun den Spaß verderben.
Schritt gegen Schulschwänzer
Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" schwänzen alleine in der Hauptstadt täglich rund 2.100 Schüler die Schule. Das Problem ist jedoch bundesweit vorhanden und ruft nun die Innenminister auf den Plan. Am Freitag soll bei der Konferenz der Länder-Innenminister in Bad Saarow unter anderem über eine Studie zu Ursachen und zur Entwicklung der Kriminalität von Jugendlichen in Ballungsräumen beraten werden. Kaufhäuser sollen nun aufgefordert werden - als Mittel gegen das Schulschwänzen - die Spielkonsolen erst nach Schulende, ab 15 Uhr zum Testen freizugeben.
Beschränkungen bereits Realität
Die Elektroabteilungen haben ihrerseits jedoch teilweise schon selbst auf den alltäglichen Schülerandrang reagiert. Mancherorts werden die Konsolen bereits jetzt erst ab 14 Uhr eingeschaltet. Teils weisen Elektromärkte mit Schildern darauf hin, dass vor dem Spielen zunächst der Gang zur Schule angesagt ist. Bei Galeria Kaufhof am Alexanderplatz geht man noch drastischer vor und hat die neuesten Spielkonsolen gar nicht mehr zum Testen ausgestellt. Für einen Schulleiter sind solche Einschränkungen jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Gegenüber der "Berliner Morgenpost" sagte er, dass die Eltern in der Verantwortung stehen. Ist im Elternhaus keine Kontrolle vorhanden, so seien auch alle anderen Bemühungen fragwürdig.
Jörg Schamberg