Während die großen Suchmaschinen wie Google und Yahoo bemüht sind, möglichst hohe Werbeeinnahmen für ihre Aktionäre zu erzielen, gehen kleine, alternative Anbieter neue Wege. So auch
Ecocho, ein australisches IT-Projekt, das Internetrecherche mit Umweltschutz verbinden will. Das Versprechen: Für jede tausendste Suchanfrage will der Betreiber bis zu zwei Bäume pflanzen.
Keine Wohltätigkeitsorganisation
"Eine neue Suchmaschine als Waffe gegen den Klimawandel", klingt als Ansage vollmundig – doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass Ecocho einem durchdachten Prinzip folgt. Grundlage des Umwelt-Engagements ist die Teilnahme am Carbon-Offset Programm, bei dem Öko-Provider für die Zahlung sogenannter Carbon-Credits die Pflanzung von Bäumen vornehmen. Genau diese Credits will
Ecocho durch das Schalten von Werbeeinblendungen bei der Suche erzielen. Für den Nutzer soll sich dadurch kaum etwas ändern: Die Suchmaschine greift auf den Suchindex von Yahoo und Google zurück – allein die Eingabe gesuchter Begriffe erfolgt über die Startseite von Ecocho. "Wir sind keine Wohltätigkeitsorganisation oder gemeinnützige Gesellschaft, wir betreiben ein Geschäft", heißt es auf der Website. "Aber dieses Geschäft ist umweltorientiert. Wir betreiben das Projekt als CO2-neutrale Firma. Unser langfristiges Ziel ist es, hunderttausende Bäume und vielleicht auch andere CO2-reduzierende Projekte zu finanzieren."
Grüner suchen: Ecocho zeigt die Standorte bereits angelegter Baumplantagen. Bild: onlinekosten.de
Nutzer können Credits-Kontostand einsehen
Ecocho gibt sich bemüht, das grüne Geschäft für die Nutzer so transparent wie möglich zu halten. Die benötigten Credits kaufen die Betreiber von der australischen Regierungsbehörde New South Wales Greenhouse Gas Abatement Scheme, über deren Web-Präsenz jederzeit und auch für Außenstehende der
aktuelle Kontostand abgefragt werden kann. Für zusätzliche Sicherheit sorgen die Wirtschaftsprüfer der KPMG, die eine vierteljährliche Revisionen und jährliche Bilanzrevision durchführen – und dabei ein Auge auf die Credit-Käufe haben.
"Wir hoffen, dass wir mit der Hilfe der Verbraucher – die ihre täglichen Gewohnheiten nur minimal ändern müssen – das Kohlendioxyd in der Atmosphäre wesentlich verringern können", lautet der abschließende Appell. Ein Versuch ist es allemal wert.
Update, 22. April 2008: Google nicht länger verfügbar
Die Umweltsuchmaschine Ecocho hat für ihre Nutzer schlechte Nachrichten in diesen Tagen. Wie die Betreiber im offiziellen
Unternehmensblog mitteilen, hat sich Google dazu entschieden, das Projekt nicht länger zu unterstützen. In weiteren Verhandlungsgesprächen mit dem Internetriesen würde derzeit Überzeugungsarbeit geleistet: "Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten. Es ist ein bedenklicher Schritt einer so großen und einflussreichen Suchmaschine, zumal erst vor wenigen Tagen Yahoo die Unterstützung für das Projekt positiv bekräftigt hat."