Es kommt Bewegung in den Poker um die neuen TV-Rechte für die Fußball Bundesliga. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat das Bundeskartellamt grünes Licht für die Ausschreibung der TV-Rechte gegeben. Der Vorsitzende der zuständigen Abteilung der Bonner Behörde sagte der Zeitung aber auch, dass die abschließende Vergabe der Rechte noch unter dem Vorbehalt der Prüfung stehe. "Es gibt keine Vorentscheidung. Wir prüfen derzeit die Vor- und Nachteile der Zentralvermarktung. Alle Varianten sind noch offen."
Es geht um viel Geld
Trotzdem ist die formale Genehmigung ein Lichtblick für die gebeutelte und unter Zeitdruck stehende Deutsche Fußball Liga (DFL). Sie wollte die TV-Rechte für die sechs Spielzeiten ab der Saison 2009/2010 ursprünglich schon im Februar ausschreiben, verschob die Rechtevergabe nach Einschreiten des Kartellamts schließlich auf April. Sollte das Bundeskartellamt die Zentralvermarktung, also die gemeinsame Verwertung der Fernsehrechte durch alle 36 Bundesligavereine der ersten und zweiten Liga, doch noch kippen, droht auch der Deal zwischen DFL und Leo Kirchs
Agentur Sirius zu scheitern. Dabei geht es um viel Geld: Sirus garantiert der DFL für sechs Jahre drei Milliarden Euro.
Bei der DFL lies man nach der Elaubnis aus Bonn nicht lange auf sich warten und kündigte umgehend an, mit der Vergabe der Bundesliga-Rechte starten zu wollen. Bis zum Start der Rechtevergabe müssen aber mindestens weitere vier Wochen vergehen. Im Anschluss haben Interessenten weitere vier Wochen Zeit, um erste Angebote abzugeben. Unter anderem der Kabelnetzbetreiber
Unitymedia hatte bereits
Interesse signalisiert. Allerdings müsse der Preis stimmen. Nach dem
Desaster mit dem eigenen Pay-TV-Bundesligasender arena ist man in Köln vorsichtig geworden. Ab sofort können sich alle Marktteilnehmer, die Interesse an der Verwertung der vorgenannten Medienrechte haben, bei Sirius
registrieren lassen und werden über den weiteren Verlauf schriftlich informiert.
Premiere fordert weiter journalistische Unabhängigkeit
Ebenfalls stark interessiert ist der deutsche Marktführer unter den Pay-TV-Sendern, Premiere. Allerdings stemmt sich der Abo-Kanal vehement gegen die DFL-Pläne, künftig ein von der DFL und Sirius vorproduziertes TV-Programm kaufen zu müssen. Der Sender sieht sich in der journalistischen Unabhängigkeit
behindert und fordert vom Bundeskartellamt das Verbot eines solchen Unterfangens.