Dienstag, 15.04.2008 12:17

Ansturm auf Handys in Kuba

aus dem Bereich Mobilfunk
Der seit Montag erlaubte freie Verkauf von Mobiltelefonen in Kuba hat zu langen Warteschlangen vor den Geschäften in der Haupstadt Havanna geführt. Ihre Familie habe ihr das nötige Geld für ein Handy gegeben, damit sie zum Telefonieren nicht immer zu den Nachbarn gehen müsse, sagte die vor einem Geschäft der staatlichen Monopolgesellschaft ETESCA wartende Rentnerin Iluminada Rodriguez. Die Erlaubnis sei eine "sehr gute Sache", sagte die 58-Jährige.

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Für die meisten unerschwinglich

Die Kosten für die Mobiltelefone und die Gespräche sind für die Kubaner hoch. Die erhältlichen sechs Modelle kosten umgerechnet zwischen 42 und 184 Euro. Die Erteilung einer Nummer wird mit 76 Euro berechnet, Telefonkarten mit Guthaben sind für sieben, 13 oder 27 Euro zu haben. Wer sich also für das billigste Telefon entscheidet, muss insgesamt mindestens etwa 124 Euro bezahlen - das durchschnittliche Monatsgehalt in Kuba liegt bei elf Euro.

Die im vergangenen Monat verkündete Erlaubnis von Mobiltelefonen ist eine der ersten Freiheiten, die der neue Staatschef Raúl Castro seit seiner Ernennung im Februar in die Wege leitete. Zuvor konnten lediglich Ausländer und hochrangige Regierungsmitarbeiter Mobiltelefone nutzen. Zudem hatte die kubanische Führung eine Aufhebung des Verkaufsverbots für Computer, Fernseher und andere Elektrogeräte angekündigt. Der Verkauf war 2003 von der Regierung mit Verweis auf die Stromknappheit im Land eingeschränkt worden.

Raúl Castro hatte nach der Wahl zum Nachfolger seines erkrankten Bruders Fidel das Ende von Wirtschaftsbeschränkungen angekündigt. Am 24. Februar hatte die kubanische Nationalversammlung den 76-jährigen Raúl Castro zum Nachfolger Fidels gewählt und damit nach fast 50 Jahren einen Wechsel an der Staatsspitze besiegelt.
Hayo Lücke / afp
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