United-Internet-Chef Ralf Dommermuth hat sich in einem Brief an den Freenet-Vorstand bereit erklärt, sein Übernahmeangebot für das Telekommunikations-Unternehmen
Freenet von 12,80 auf 14 Euro pro Aktie "unter bestimmten Bedingungen" zu erhöhen. Eine dieser Bedingungen: Finger weg von debitel.
Gleichzeitig verschärft sich der Umgangston, denn die brancheninterne Gerüchteküche munkelt, Freenet-Chef Eckhard Spoerr wolle die
Übernahme von Debitel noch in dieser Woche unter Dach und Fach bringen. Dies aber wäre wiederum ein KO-Kriterium für die parallel laufenden Verhandlungen zwischen Freenet und United Internet/Drillisch.
Debitel hoch verschuldet
An der
hochverschuldeten Debitel ist United Internet nicht interessiert. Vielmehr wollen die Montabaurer Freenet aufspalten. Das Internet- und DSL-Geschäft soll an United Internet gehen, Drillisch erhält die Mobilfunksparte.
Offenbar war man sich seiner Sache auch recht sicher, denn über den heftigen Flirt mit der Konkurrentin Debitel zeigt sich Dommermuth irritiert. "Wenn Sie zulassen, dass zukünftig neben dem Debitel-Geschäft auch die Freenet-Assets für die Debitel-Kredite haften, dann setzen Sie alles auf eine Karte", warnt Dommermuth den Freenet-Vorstand und ergänzt verschnupft, schließlich habe er sich nach der
Gesprächspause "absolut komfortabel mit der Wiederaufhnahme der Gespräche" gefühlt.
Mobilfunkriese mit weniger Jobs
Bereits seit Wochen diskutieren Freenet und Debitel-Eigner Permira den Kauf des Stuttgarter Mobilfunkdienstleisters. Würde man sich einig, entstünde mit rund 19 Millionen Kunden der drittgrößte Mobilfunkanbieter nach T-Mobile und Vodafone. Gleichzeitig wären
geschätzte 700 Stellen gefährdet, die in Verwaltung und Filialen wegfallen würden.