Hop-on, US-Hersteller von schnurlosen Telefonen und Telekommunikationszubehör, hatte Anfang April auf der amerikanischen Mobilfunkkonferenz CTIA in Las Vegas das Billig-Handy Hop-on 1900 ohne Bildschirm vorgestellt, das dort nach Unternehmensangaben auf großes Interesse gestoßen sei. Nun hat Hop-on angekündigt, 10.000 Stück des Wegwerf-Handys auch nach Europa zu liefern.
Display: Fehlanzeige
Der Anblick des flachen Mobilfunkgerätes ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Während andere Hersteller - wie etwa Apple mit dem
iPhone - auf immer größere Displays und Touchscreen setzen, fehlt dem Hop-on 1900 ein solcher Bildschirm völlig. Daher ist beim Wählen schon ein wenig Konzentration vonnöten, da die Kontrolle über die eingetippte Rufnummer fehlt. Auch SMS können mangels Display nicht verschickt werden. Das Einfach-Handy ist mit einem bestimmten Gesprächsguthaben ausgestattet, das nach Verbrauch nicht wieder aufgeladen werden kann.
Im Netz von T-Mobile nutzbar
Wegwerf-Handy Hop-on 1900.
Bild: Hop-on
Mit der Lieferung, die innerhalb der nächsten zwei Monate an einen ungenannten europäischen Auftraggeber verschickt wird, will Hop-on nach eigenen Angaben die Marktlage für Discount-Handys in Europa austesten. Niemand würde derzeit ein Handy für 20 US-Dollar (rund 13 Euro) verkaufen. Diese erste europäische Auslieferung des Hop-on ist mit einem Chip von Texas Instruments ausgestattet, doch soll das im Frequenzbereich von 900 und 1800 Megahertz einsetzbare Telefon auch Chips von Infineon nutzen können. Dadurch seien die Handys in den Netzen von AT&T und T-Mobile einsatzfähig. Die Standyby-Zeit soll 240 Stunden betragen, die Gesprächszeit etwa drei Stunden. Das Hop-on verfügt über Speicherplatz für 100 Telefonbucheinträge und eine Schnellwahlfunktion.
Hop-on ist nicht der erste Hersteller, der sich mit solchen Handys für den Kurzzeitgebrauch auf den Markt traut. Bereits 2001 hatte telespree ein
Wegwerf-Handy auf den Markt gebracht, das aus dem Automaten gezogen werden konnte und ohne Tastatur daherkam. Per Button konnte sich der Nutzer mit einem Sprachserver verbinden, der die Verbindung zum gewünschten Gesprächsteilnehmer herstellte. Nach Verbrauch des Gesprächsguthabens wanderte das komplette Gerät in die Mülltonne.