Es ist kein Geheimnis, dass nicht nur auf legalem Wege möglich ist, MP3-Dateien aus dem Internet herunter zu laden. Häufig noch unbekannt ist die Möglichkeit, MP3-Suchmaschinen wie SkreemR zu nutzen. Hier erhalten Internetsurfer Zugriff auf riesige Musikarchive mit teils unveröffentlichten Songs.
Musikindustrie gelassen
Auch in Deutschland sind die Internetseiten sehr beliebt. SkreemR-Chef James Gagan sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus": "Nur die Besucher aus den USA übertreffen unsere monatlich knapp 100.000 deutschen Gäste." Erstaunlich ist vor allem das Verhalten der Plattenindustrie. Obwohl die Praxis illegal ist, sehen die Musikkonzerne noch tatenlos zu. Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Musikindustrie, Stefan Michalke, sagte dem Nachrichtenmagazin: "MP3-Suchmaschinen stehen bei uns derzeit nicht im Fokus." Bisher unternahmen die Rechteinhaber keine juristischen Schritte gegen User oder Betreiber dieser Plattformen.
Ähnlich wie Tauschbörsen verletzen die Web-Sites Urheberrechte. Anwalt Josef Limper warnte: "Das Herunterladen von offensichtlich rechtswidrig hergestellten Dateien kann zivilrechtliche Folgen haben."
Über MP3-Suchmaschinen greifen Nutzer mit einer einfachen Anfrage nach Titel und Interpret auf riesige Archive mit bis zu 28 Millionen Songs zurück. Mit wenigen Mausklicks landen die Musikstücke auf der Festplatte. Die Dateien stammen von offenen Servern aus dem Internet.
Hayo Lücke