War vor kurzen noch von schwierigen Übernahmeverhandlungen wegen der
ungeklärten Führungsfrage bei der fusionierten Mobilfunksparte von
freenet und
Debitel die Rede, so scheint nun alles schneller zu gehen als gedacht. Die Nachrichtenagentur ddp berichtete über eine Mitteilung des Wirtschaftsinformationsdienstes "Platow Brief", der aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, dass die Übernahme nächste Woche mit Unterschriften besiegelt werden soll.
Permira für Verkauf
Die Banken des Debitel-Eigentümers Permira hätten für den Verkauf bereits grünes Licht signalisiert. Damit würde Eckhard Spoerr, Vorstandsvorsitzender von freenet, in Rekordzeit an sein Ziel gelangen. Erst Ende März hatte er die
Pläne zur Übernahme von Debitel bekanntgemacht. Bei einer Fusion der beiden Mobilfunkunternehmen würden laut einem Bericht des "Manager-Magazin" etliche Filialen von einer Schließung bedroht, da die Dichte des gemeinsamen Filalnetzes sehr hoch sei. Auch hunderte Jobs in der Verwaltung seien durch die Übernahme gefährdet. Bei freenet könnten nach Informationen des Magazins über 700 Stellen wegfallen.
Übernahmepläne von United Internet wanken
Interessant wird die Reaktion von United Internet sein, die zusammen mit dem Mobilfunk-Provider Drillisch wieder
Übernahmegespräche mit freenet aufgenommen hatten. Der Internetkonzern aus Montabaur hatte sich dabei gegen eine Übernahme von Debitel durch freenet ausgesprochen. Gegenüber dem Nachrichtensender n-tv hatte Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von United Internet, geäußert, dass freenet zusammen mit Debitel für eine Übernahme nicht mehr interessant sei. Drillisch war an der Mobilfunksparte von freenet interessiert, United Internet zeigte Interesse an dem zum Verkauf stehenden DSL-Sektor. Dennoch sollen sich angeblich die Finanzchefs von United Internet und freenet am Freitag zu ersten Gesprächen getroffen haben. Dommermuth sei optimistisch, dass es zu einem positiven Ergebnis kommen würde.