Anders als am Boden wird es für Handytelefonate in Flugzeugen keine gesetzlichen Tarifvorschriften geben. Kunden sollten deshalb diese Gebühren "aufmerksam beobachten", empfahl die EU-Kommission am Montag in Brüssel.
Kein Eingreifen der EU
Die Behörde verabschiedete zwar
technische Vorschriften, damit Passagiere in ganz Europa ihr
Handy in dafür ausgerüsteten Flugzeugen benutzen können. Die Preise für den grenzenlosen Mobilfunk werden an Bord aber im Ermessen der Anbieter liegen. Auf dem Boden sind die Tarife für die Nutzung ausländischer Handynetze seit Sommer 2007 per Gesetz
gedeckelt, nachdem die Betreiber dafür jahrelang überhöhte Gebühren erhoben hatten.
Von den Betreibern werde eine "transparente und innovative Preisgestaltung" erwartet, erklärte EU-Kommissarin Viviane Reding zu den Handytelefonaten in der Luft. Die neue Dienstleistung werde nur dann Erfolg haben, wenn die Verbraucher dafür nicht überhöhte Preise zahlen müssten, betonte sie.
Mobilfunk über den Wolken mit dem eigenem Handy ist ein vergleichsweise neuer Service. Zu den ersten Anbietern gehört die Fluglinie
Emirates, die ihre Kunden seit März während des Flugs telefonieren lässt. Nach den von der Kommission am Montag beschlossenen technischen Standards, die in ganz Europa gelten, muss an Bord des Flugzeugs eine Basisstation installiert werden, in deren Netz sich die Handys einloggen. Als Standard wählte die Kommission das 1800-Megahertz-Band, das mit über 90 Prozent aller Mobiltelefone funktionieren soll.
Die geringe Distanz zwischen Handy und Bord-Basisstation soll den Handy-Betrieb mit sehr geringer Sendeleistung ermöglichen, um die Sicherheit anderer Systeme im Flugzeug nicht zu gefährden. Um zu verhindern, dass sich die Handys an Bord in terrestrische Netze einwählen, soll das Mobiltelefonieren im Flieger erst oberhalb von 3.000 Metern Flughöhe möglich sein. Auch bleibt es der Besatzung erlaubt, aus Sicherheitsgründen das Mobilfunknetz jederzeit abzuschalten.
Keine Ruhestörung
In Deutschland ist das Mobiltelefonieren in dafür vorbereiteten Flugzeug seit Anfang März
erlaubt. Lufthansa und Air Berlin reagierten darauf mit der Ankündigung, die Nutzung von Internet und E-Mail an Bord zu prüfen, nicht aber auch die
Verwendung von Handys. Grund dafür sei, dass sich andere Passagiere dadurch belästigt fühlten. Vorgaben auf EU-Ebene machte die Kommission zu diesem Aspekt nicht. Sie appellierte aber an Airlines und Telekom-Anbieter dafür zu sorgen, dass Mitreisende nicht durch den Mobilfunk gestört würden.