Das unrechtmäßige Registrieren von Internetadressen zu Markennamen nimmt immer mehr zu. Davor warnte jetzt die
Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO). Die in Genf ansässige diplomatische Konferenz aller UN-Mitgliedsstaaten setzt sich besonders für die Förderung von Rechten an immateriellen Gütern weltweit ein. Auch in internationalen Domain-Streitigkeiten ist die WIPO Anlaufstelle.
Spitzenreiter USA
So mussten allein im vergangenen Jahr über 2.000 Schiedsgerichtsverfahren rund um das so genannte "
Cybersquatting" geführt werden. Das waren so viele wie noch nie zuvor. Nicht verwunderlich ist jedoch, dass fast die Hälfte der Domain-Beschwerden aus den USA kam. Noch ein wenig mehr Brisanz gewinnt die Thematik durch den Umstand, dass die Internetbehörde
ICANN schon bald neue Top-Level-Domains (gTLD) einführen will und sich so die Probleme um Domains mit geschützten Markennamen noch intensivieren können.
Problem Domainparking
Besonders die Problematik des
Domainparkings ist der WIPO ein Dorn im Auge, da diese Internetadressen in der Regel mit automatisch generierten Werbe-Inhalten (Pay-Per-Click-Content) gefüllt werden und so den "potenziell nützlichen Zweck einer neuen Domain" unterlaufen. Durch die Möglichkeiten des so genannten
Domain-Tastings wird die Problematik sogar noch unterstützt. Laut WIPO würden Betrüger dieses Verfahren nutzen, um auf Domains mit eigentlich geschützten Namen mit reinen Werbe-Webseiten schnelles Geld zu machen. Von Seiten der ICANN gibt es bereits seit einiger Zeit entsprechende Pläne, das Domain-Tasting "unattraktiver" zu gestalten. Details stehen derzeit aber noch nicht fest.
Rechteinhaber sollen rechtzeitig Domains sichern
Deshalb empfiehlt WIPO allen Inhabern von geschützten Markennamen, sich rechtzeitig die entsprechenden Internetadressen unter den diversen Top-Level-Domains zu sichern. Dies sei zwar bei vielen Domain-Endungen nicht immer billig, allerdings sei dann auch kein Ärger mit Domain-Grabbern vorprogrammiert.