Samstag, 05.04.2008 10:31

Weltweit tobt der Cyber-Krieg

aus dem Bereich Sonstiges
Sorge bereitet den Experten auch der wachsende Einsatz von Computer-Viren, die den Internetverkehr verzögern, Computer lahmlegen und Dateien auf Festplatten zerstören können. Als besonders bösartig gelten "Trojanische Pferde". So werden im Internet-Jargon Programme genannt, die neben scheinbar nützlichen auch schädliche Funktionen haben. Mit Hilfe von Trojanern können beispielsweise Personendaten oder Kalkulationsunterlagen verändert, gelöscht oder ausspioniert werden. Unternehmen etwa in den USA und Asien seien so Schäden in Milliardenhöhe zugefügt worden, berichtet Peter Cassidy, Leiter einer internationalen Anti-Phishing-Arbeitsgruppe.

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Botnets nehmen zu

Für den Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität des Europarats, Alexander Seger, sind sogenannte Botnets derzeit eines der größten Probleme im Internet. Dabei handelt es sich um ein System aus kleinen Programmen, genannt bots (von Roboter), mit denen fremde Computer von außen gesteuert werden können. "Es gibt Leute, die kontrollieren so Hunderttausende von Computern", erläutert Seger. "In der Hand von Terroristen ist dies eine gefährliche Waffe."

"Globale Lösung" muss her

Angesichts dieser Risiken fordern die Teilnehmer der Straßburger Tagung, Experten aus vielen europäischen Ländern und Übersee, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und Industrie sowie Internet-Anbietern. Und zwar über Grenzen hinweg. Doch der Kampf gegen Cyber-Verbrechen, darin sind sich die Experten einig, gestaltet sich schwierig. Bereits im Februar wies unter anderem Sicherheitssoftware-Spezialist Symantec in seinem Spam-Bericht auf die alarmierende Zunahme von Bedrohungen aus dem Netz hin. Die Virenjäger gehen davon aus, dass mittlerweile 95 Prozent aller E-Mails Spam sind. Im Symantec Phishing-Report heißt es zudem, dass derzeit so genannte Phishing-Kits, also Werkzeuge, mit denen auch ungeübte Programmierer Attacken durchführen können, reißenden Absatz im Internet finden.
Aleksandra Leon / afp
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