Die Kontinente Europa und Asien rücken digital näher zusammen. Datenpakete, die zwischen Europa und Asien hin- und hergeschickt werden, verzeichnen durch den Aufbau eines neuen Netzwerkes nun eine um rund 50 Prozent niedrigere Ping-Dauer. Die digitale Autobahn zwischen beiden Kontinenten ist damit erheblich schneller geworden.
Verknüpfung der Netzwerke
Das Next Generation Network des paneuropäischen Netzbetreibers
Interoute, das sich über mehrere europäische Länder erstreckt, wurde an den Netz-Knotenpunkten in Frankfurt, Stockholm und London über einen Hochgeschwindigkeitsring namens Transit Europe-Asia (TEA) mit dem Netz des russischen Netzbetreibers Rostelecom verknüpft. Die neu geschaffene Verbindung stellt nach Angaben von Interoute die kürzeste Überlandverbindung zwischen Europa und Asien dar.
20 Prozent mehr Datenverkehr
Interoute erwartet, dass der gesamte Datenverkehr zwischen Europa und Asien in den nächsten vier Jahren durch den neuen Daten-Highway um 20 Prozent steigen wird. Eine wichtige Rolle wird die neue Verbindung bereits im Sommer bei den Übertragungen der Olympischen Spiele in Peking erhalten. Beitragen werden dazu auch die wirtschaftlich stark aufstrebenden Länder wie China und Indien. Bisher nehmen Datenpakete meist noch den Umweg über die USA, was die Paketlaufzeiten entsprechend verlängert. Diese Routen weisen Paketverzögerungen zwischen 310 und 340 Millisekunden auf. Durch die neue Überland-Route soll dieser Wert nur noch 160 Millisekunden betragen. Ein Viertel der Datenverbindungen läuft aktuell durch empfindliche Unterseekabel. Erst Anfang Februar wurde durch
Beschädigung von mehreren dieser Kabel der Internetverkehr im Nahen Osten und in Indien gestört. 75 Millionen Menschen waren zeitweise von der Internetnutzung ausgeschlossen.
Die schnellere Datenpaketvermittlung kommt vor allem Anwendungen entgegen, die auf geringe Pingwerte angewiesen sind. So profitieren die Internet-Telefonie (
VoIP), Videokonferenzen und Online-Spiele vom neuen, interkontinentalen Datennetzwerk.