Werden Mobilfunkexperten gefragt, mit welchen Angeboten in Zukunft Geld verdient werden kann, fallen immer wieder die Stichworte "mobile Datendienste". Das Internet auf das Handy oder über eine Datenkarte auf das Notebook zu bringen, gilt als zukunftsweisend. Das haben auch die großen Netzbetreiber erkannt. Sie senken nach und nach die Preise für die mobile Datennutzung. Zuletzt hatte
T-Mobile eine
UMTS- und
HSDPA-Flatrate für
35 Euro eingeführt und
o2 die Grundgebühr für den Datentarif Active Data
abgeschafft. Eine klare Kampfansage auch an etablierte Breitbandprovider im DSL-Sektor. Und auch die Bundesnetzagentur ist überzeugt: "Der Knoten ist geplatzt und das mobile Internet auf der Überholspur", sagte Behörden-Chef Matthias Kurth am Mittwoch in Bonn.
UMTS-Nutzung legt zu
Kurth stellte in Bonn den Jahresbericht 2007 der Bundesnetzagentur vor und stellte zufrieden fest, dass die UMTS-Nutzung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt spürbar wächst. Inzwischen seien in Deutschland mehr als 8,7 Millionen UMTS-fähige Mobiltelefone und Laptopkarten im Einsatz. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer stieg zwischen 2005 und 2007 um 263 Prozent. "Wie jede neue Technik benötigen auch die UMTS-Technologie und ihre mittlerweile erfolgreichen Weiterentwicklungen Zeit, um zum Massengeschäft zu werden", sagte Kurth.
Das Datenvolumen, das mobil übertragen werde, habe sich 2007 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Laut Bundesnetzagentur lag es vergangenes Jahr bei 1,7 Millionen Gigabyte. Der Anstieg seit auch auf die ergangenen Preissenkungen zurückzuführen.
Aufruf zur Eigeninitiative
"Die Netzbetreiber sollten aus wohlerwogenem Eigeninteresse bei der mobilen Datennutzung weitere Schritte zur Klarheit und Verbraucherfreundlichkeit einleiten", mahnte Kurth an und verwies damit auf günstige und zugleich transparente Flatrate-Modelle. Außerdem gab er zu bedenken: "Wer erneute regulatorische Eingriffe auf EU-Ebene zum Beispiel beim Datenroaming vermeiden will, sollte durch eigenes Handeln aktiv werden."