Immer neue Spielzeugroboter wie
Zeno oder
Pleo machen Konsumenten auf sich aufmerksam. Doch Roboter werden auch militärisch genutzt.
Weltweit waren Ende 2006 laut Angaben des Magazins "Stern" rund 9.000 militärische Roboter im Auftrag des Militärs tätig. Teils kamen diese auch beim Aufspüren von Landminen zum Einsatz. Die britische Anti-Landminenorganisation
Landmine Action fordert nun nach einem Bericht des Magazins "NewScientist" ein Verbot von Kampfrobotern.
Roboter als Herr über Leben und Tod
In mehr als 150 Ländern sind Landminen durch einen entsprechenden Sperrvertrag geächtet. Eine solche internationale Ächtung sollte nach Meinung von Landmine Action auch für militärisch eingesetzte Roboter gelten. Zumal es vom amerikanischen Verteidigungsministerium Pläne zum Einsatz von Kampfrobotern gebe, die nicht mehr wie heute von Soldaten ferngesteuert werden, sondern autark funktionieren. Sie könnten dann selber über Leben und Tod eines Gegners entscheiden. Laut "Stern" plant Südkorea entlang der entmilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea den Einsatz von rund 1.000 Roboter-Soldaten, die dort als Wachposten eingesetzt würden. Diese sind mit Mikrofon, Lautsprechern und Spracherkennung ausgestattet und schießen scharf, wenn nicht das richtige Passwort genannt wird.
Mensch muss die Entscheidungsgewalt behalten
Bereits heute existieren Streubomben, die Infrarotsensoren nutzen, um Wärmequellen auf der Erdoberfläche - also geheizte Häuser oder Menschen - zu orten und die erst dann auf dem Boden explodieren. In eine ähnliche Kategorie würden die angedachten Roboter gehören, die ebenfalls mittels Sensoren entscheiden, ob der Gegner getötet werden muss. Die Landminengegner fordern, dass nicht eine Maschine, sondern immer noch der Mensch die Entscheidung über das Anvisieren eines Zieles treffen müsse. Die Organisation hofft das Internationale Rote Kreuz oder Amnesty International als Mitstreiter zu gewinnen. Robotics-Experten raten dazu, rechtzeitig Nein zu sagen vor einem ausgeweiteten Einsatz von Robotern im Militärbereich. Dies wird allerdings nicht allzu leicht, da in den USA das US-Militär die meisten Forschungsgelder in diesem Sektor zur Verfügung stellt. Ein Widerstand der Wissenschaftler könnte sie um ihren eigenen Job bringen.
Roboter mit ethischer Programmierung
Andere Experten weisen jedoch daraufhin, dass Roboter ethisch einwandfreier vorgehen könnten. So entwickelt ein Wissenschaftlerteam im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums eine ethische Programmierung von Robotern unter Einhaltung der Genfer Konventionen. Die so eingerichteten Kampfmaschinen würden sich bei Entscheidungen nicht von Emotionen wie Furcht oder Selbstüberschätzung leiten lassen.