Die Idee war seinerzeit revolutionär: die Fußball Bundesliga sollte nach Hause kommen. Für knapp
zehn Euro wollte der Pay-TV-Neuling arena, eine Tochtergesellschaft des Kabelnetzbetreibers
Unitymedia, die beiden höchsten deutschen Fußball-Ligen für die Spielzeiten 2006/2007 bis 2008/2009 in die deutschen Privathaushalte bringen. Nach zunächst
guten Neukundenzahlen ebbte das Interesse aber schnell ab und die eigenen Ziele konnten bei Weitem nicht erreicht werden. Die Folge: arena verkaufte eine
Sublizenz an Marktführer Premiere und zog sich aus der Produktion der Bundesliga-Übertragungen zurück. Trotzdem wird sich Unitymedia wieder an der Ausschreibung der Übertragungsrechte beteiligen. Das gab Unternehmenschef Parm Sandu in einem Gespräch mit der "Welt am Sonntag" bekannt.
Interesse an TV-Rechten
Auf die Frage, ob
Unitymedia wieder für die Übertragungsrechte bieten werde, gab Sandhu an, dass er zwar die Ausschreibungsunterlagen nicht kenne und es deswegen schwer sei, diese Frage zu beantworten. Er erklärte aber auch: "Heute können wir unseren Kunden das Premiere-Programm weiterverkaufen - so wie das auch unser Triple-Play-Hauptwettbewerber Telekom kann. Damit haben wir die Bundesliga zwar nicht exklusiv, zahlen aber auch nicht so viel. Wenn der Preis stimmt, hätten wir die Vermarktungsrechte aber natürlich auch gern direkt von der Liga."
Das gelte auch für die Satellitenplattform arenaSAT. Alles hänge "sehr stark von dem Preis und von der Ausgestaltung der individuellen Pakete ab, die die Liga anbieten wird." Ab April können Kunden von arenaSAT nicht nur die Fußball Bundesliga empfangen, sondern auch andere Bundesliga-Sportarten. Der Sender sportdigital.tv nimmt
wie von onlinekosten.de bereits berichtet den Sendebetrieb mit Übertragungen aus der Handball, Basketball und Volleyball Bundesliga auf.
Wieder ein Neuling am Start?
Sandu hält es darüber hinaus auch für denkbar, dass sich trotz des Misserfolgs von arena wieder ein Neuling auf den Markt wagen wird. "Die Situation ist heute für Neueinsteiger viel besser, weil die Deutsche Fußball Liga ein sendefertiges Produkt verkaufen will. Wir mussten ja einen kompletten TV-Sender mit Redaktion und allem aufbauen."