Die Studie kommt zu dem Schluss, dass wegen der mangelnden Wirtschaftlichkeit der terrestrischen Breitbandversorgung auch über das Jahr 2012 hinaus immer noch zwei bis drei Prozent der Haushalte in Rheinland-Pfalz von Breitbanddiensten ausgeschlossen sind. Nur die Politik könnte hier etwa durch wirtschaftliche Förderung von Funknetzen etwas ändern. Für solche abgelegenen Orte werde das
Internet per Satellit inklusive Rückkanal bedeutender.
Wachsender Bandbreitenbedarf
Untersucht wurde auch die Nutzung der Breitbanddienste. Dabei zeige sich eine zunehmend öffnende Breitbandschere zwischen Stadt und Land. Während in Städten mittlerweile sogar Zugänge von 50 bis 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erhältlich seien, finden sich auf dem Land weit geringere Bandbreiten. Aus
weißen, unversorgten Flecken könnten so graue Flecken werden. Dies seien Gebiete, die zwar mit Internetzugängen versorgt sind, aber nur geringe Bandbreiten aufweisen würden. Für E-Mailing, Online-Banking, Web-Browsing oder Chats reiche ein DSL-Light-Zugang mit einer Bandbreite von unter einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s) durchaus aus. Doch der Bandbreitenhunger nicht nur der privaten Haushalte wachse durch Web 2.0-Anwendungen und Softwareupdates. Auch ein Ausweiten der Arbeit im Home Office und der Telearbeit erfordere schnellere Internetanbindungen. Unternehmen würden zunehmend auch Möglichkeiten wie Videokonferenzen und andere Multimedia-Anwendungen nutzen. Auch 80 Prozent der Schulen gehen bereits über Breitbandnetze ins Internet.
Handlungsempfehlungen an die Politik
Die Ersteller der Studie geben der rheinland-pfälzischen Landesregierung mehrere Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Breitbandversorgung. Bis 2012 sollte alles unternommen werden, um den unversorgten rund zwei bis drei Prozent der Haushalte eine Basisversorgung zur Verfügung zu stellen. Der wachsenden Breitbandschere zwischen Stadt und Land sollte entgegegen gewirkt werden. Dazu sollten mittel- bis langfristig die Bandbreiten in den ländlichen Regionen erhöht werden. Doch auch die Weiterbildung und Information der Landbevölkerung über die neuen Medien müsse intensiviert werden.
Mitarbeiten müssten vor allem aber auch die Kommunen vor Ort. So sollten lokale Versorgungskarten erstellt werden, die Aufschluss über die Abdeckung mit Breitbanddiensten gebe. Auch die für Breitbanddienste benötigte Infrastruktur an Masten, Leerrohren oder Stromversorgungsnetze sollte erfasst und mit Geodaten versehen werden. Bei allen Tiefbaumaßnahmen der Gemeinden sollten systematisch auch Leerrohre für eine Glasfaserverkabelung verlegt werden. Jede Gemeinde sollte Paten ernennen, die als Ansprechpartner für Breitbandfragen zur Verfügung stehen. Die Nachfrage nach schnellen Internetzugängen sollte zudem vor Ort gebündelt werden, um die wirtschaftlich erforderliche kritische Masse zum Beispiel zur Errichtung eines Funknetzes zu erreichen.