Dienstag, den 01.04.2008 10:02

Durchbruch: Gehirnimplantat mit Internetempfang

aus dem Bereich Sonstiges
Still und heimlich haben Forscher der US-Universitäten Berkeley und Harvard vier Jahre lang an einem Projekt gearbeitet, das jetzt bei einer Pressekonferenz in Boston der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Erstmals ist einem Menschen ein winziger WLAN-Empfänger, der Surfen mit DSL-Speed ermöglichen soll, als Gehirnimplantat eingepflanzt worden. Die zehnstündige Operation, für die ein spezielles Team von Ärzten und IT-Fachkräften aus aller Welt verantwortlich zeichnete, wurde bereits vor rund drei Wochen erfolgreich durchgeführt.

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Internetempfang per Gedanken

Die Forschergruppe rund um den Harvard-Professor und IT-Guru Lirpa Ekoj erklärte der versammelten Medienschar die Funktionsweise des Implantats anhand eines vorbereiteten Videofilms. Der Versuchskandidat, dessen Name nicht bekannt gegegeben wurde, war bei der Präsentation nicht anwesend. Er fühle sich nach Angaben der federführenden Ärzte aber wohlauf. Er soll durch das Implantat bei geschlossenen Augen Internetseiten empfangen können. Das WLAN-Implantat wurde dazu speziell sowohl mit den Sehnerven im Auge als auch mit dem entsprechenden Bereich im Gehirn, Thalamus genannt, vernetzt.

Die Wissenschaftler machten sich auch schon bekannte Erfolge anderer Forscher zu Nutze, die in Tests bereits Computer per Gedanken bewegen konnten. Zum "Aufrufen" einer Internetseite muss die Versuchsperson nur an eine bestimmte URL denken und schon wird das entsprechende Signal an das WLAN-Implantat gesendet. Dieses fragt drahtlos von einem im Gebäude befindlichen WLAN-Modem die gewünschte Internetseite ab. Das Modem schickt die Daten der Internetseite dann wiederum kabellos zurück an das WLAN-Implantat. Dort wird die Seite so aufbereitet, dass die Signale durch die sensorischen Neuronen als Reize aufgenommen werden können. Ähnlich wie beim Träumen baut sich dann die Internetseite vor dem geistigen Auge auf.

Laut Ekoj soll dabei eine Bandbreite von fast zwei Megabit pro Sekunde erreicht werden können. "Wir stehen am Anfang einer revolutionären Entwicklung, die die Fähigkeiten des Menschen auf bisher ungeahnte Art und Weise erweitern werden", so Ekoj. Direkter Zugriff auf digitale Bibliotheken und Internetsuchmaschinen würde laut den US-Forschern die Wirkungsweise des Gehirns in noch nie dagewesener Weise stimulieren.

Kritiker befürchten Manipulation

Doch auch erste kritische Stimmen sind bereits zu hören. So meldeten sich einerseits Vertreter kirchlicher Gruppen, die einen solchen Eingriff in das menschliche Leben aus ethischen Gesichtspunkten strikt ablehnten. So sprachen sie von einer Robotisierung des Menschen. Datenschützer dagegen warnten vor den Gefahren, die sich durch eine Manipulation des WLAN-Implantats ergeben könnten. Sie stellten die Frage, was wohl passieren würde, wenn Malware-Programme in das Implantat eingeschleust würden. Mitte März hatten Wissenschaftler bereits vor Manipulationen von Herzschrittmachern durch Hacker gewarnt.

Doch vor einem Einsatz in der alltäglichen Praxis stehen zunächst noch etliche weitere Testreihen an. Zudem sind mögliche Nebenwirkungen bei einem Langzeiteinsatz des Gehirn-Modems noch nicht bekannt. Ekoj sieht daher erst in drei bis fünf Jahren eine größere Verbreitung der neuen Technologie.

Update: Alles nur ein Scherz

Hätten Sie's gedacht? Sind Sie uns auf den Leim gegangen? Pünktlich zum 1. April haben wir uns mit Ihnen einen kleinen Aprilscherz erlaubt. Zu unserem Artikel gab es zahlreiche Reaktionen der Leser. Natürlich gibt es derzeit noch kein Gehirn-Modem. Doch angesichts der Fortschritte in der Technik wird eine solche Innovation vielleicht eines Tages wirklich zur Realität.
Jörg Schamberg
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