Dienstag, 25.03.2008 15:48

Google möchte TV-Frequenzen fürs Internet nutzen

aus dem Bereich Breitband
Die digitale Sendetechnik hat nicht nur in Europa den Siegeszzug angetreten. Auch in den USA werden immer mehr analoge TV-Frequenzen frei, da die TV-Sender ihre Programme günstiger und vielfältiger über digitale Frequenzen anbieten können. Google, gerade in den USA bei der Versteigerung von Mobilfunklizenzen unterlegen, macht sich nun zusammen mit Mitstreitern in der sogenannten "White Spaces Coalition" (WSC) für eine Nutzung der freien Frequenzen für Highspeed-Internet stark.

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Flächendeckendes Internet

Der WSC gehören unter anderem auch Microsoft, Dell und HP an. Google hatte sich laut einem Bericht der Presseagentur pressetext (pte) vor Ostern mit einem Brief an die Kontrollbehörde Federal Communications Commission (FCC) gewandt und auf die freien Frequenzen aufmerksam gemacht. Die Technik zur Nutzung der freien Frequenzen ist bereits schon länger vorhanden und es könnten Datenraten von bis zu einem Gigabyte erreicht werden. Flächendeckend könnten so auf einfache Art und Weise Gebiete mit schnellen Internetzugängen versorgt werden.

Die Zulassung für den Alltagseinsatz wurde vor einem Jahr jedoch noch verweigert, da die FCC die Genehmigung verweigert hatte. Interferenzen mit anderen TV- und Mobilfunksignalen wurden damals als Gründe genannt. Doch die Technik wurde entsprechend verfeinert. Nun wird nach Aufspüren einer freien Frequenz vor dem Senden noch eine Bestätigung eines lokalen Transmitters abgewartet, so dass Störungen möglichst vermieden werden. Dennoch ist die TV- und Mobilfunkbranche Gegner der Pläne der WSC-Gruppe. Sie befürchtet trotz aller gegenteiligen Versicherungen weiterhin technische Beeinträchtigungen ihrer Dienste.

Forderungen auch in Europa

Auch in Europa geraten die frei gewordenen TV-Frequenzen in den Blickwinkel von Politik und Wirtschaftsverbänden. Ende Dezember hatte etwa der Branchenverband BITKOM die Nutzung von freien TV-Frequenzen für eine Breitbandversorgung auf dem Land gefordert. Die umtriebige EU-Medienkommissarin Viviane Reding hatte ebenfalls im Herbst 2007 die EU-Staaten aufgefordert die analogen Frequenzen für mobile Internetdienste nutzbar zu machen. Auch mobiles Handy-TV wurde als Nutznießer der analogen Frequenzen in die Diskussion geworfen. Fest steht im Moment jedoch nur, dass die europaweite Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen bis 2012 erfolgt sein soll.
Jörg Schamberg
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