Die Preise auf dem deutschen DSL-Markt rutschen immer weiter in den Keller, die Gewinnmargen der Provider schrumpfen. Versatel-Chef Peer Knauer hatte in diesem Zusammenhang einen größeren
DSL-Verbund mit mehreren Konkurrenten wie United Internet, freenet, und Telefónica ins Spiel gebracht, um als größere Gruppe ein Gegengewicht zur Deutschen Telekom und zu Vodafone/Arcor bilden zu können.
"Die Idee hat Charme"
Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von
United Internet, hat die Überlegungen Knauers aufgegriffen und sagte gegenüber dem "Handelsblatt", dass die Idee eines solches Zusammenschlusses durchaus Charme habe. Gespräche gebe es derzeit aber noch nicht. Doch er könnte sich eine Marktkonsolidierung auf diese Weise gut vorstellen. Als
Großaktionär von Versatel und freenet könnte United Internet die zum
Verkauf stehende DSL-Sparte von freenet zwar auch kaufen und Versatel übernehmen, doch dieses Szenario müsse nicht zwangsläufig eintreten. Sollte es einen Verbund geben, müsse United Internet darin laut Dommermuth eine führende Rolle spielen.
DSL-Boom geht die Luft aus
Eine Konsolidierung des Marktes ist wohl unabdingbar. Das ungebrochene Wachstum auf dem DSL-Markt geht langsam seinem
Ende entgegen und eine Marktsättigung ist bereits in Sichtweite. Von den rund 27 Millionen Haushalten in Deutschland, die über einen Computer verfügen, sind schon knapp 20 Millionen Haushalte mit einem Breitbandanschluss ausgerüstet. Es bleiben also nur noch rund sieben Millionen Haushalte, die für einen schnellen DSL-Anschluss gewonnen werden könnten.
Problematisch ist auch, dass weder die Provider Freenet noch United Internet über ein eigenes Netz verfügen. Daher könnten laut "Handelsblatt" Konkurrenten mit eigenem Netz, etwa die deutsche Telefónica oder gar
QSC, mit ins Boot geholt werden, um deren Breitbandnetze stärker auszulasten. Vieles ist indes noch Spekulation. Freenet und auch Versatel-Großaktionär Apax haben sich bisher noch nicht zu den Verbund-Überlegungen geäußert.