Der amerikanische Internetkonzern Yahoo hat bisher noch
keinen finanzstarken, weißen Ritter gefunden, der sich einer erfolgreichen
Übernahmeattacke von Microsoft schützend entgegenstellt. Stattdessen verkündet Yahoo nun positive Wachstumsaussichten und will damit die eigenen Aktionäre von einem Verkauf ihrer Aktien an Microsoft abhalten.
Umsatzprognose bestätigt
Am Dienstag bestätigte das Yahoo Management in einem Finanzplan für die nächsten drei Jahre die bisher getätigten Prognosen für das laufende Geschäftsjahr und hob sie von 5,35 auf 5,95 Milliarden Dollar an. Im Jahre 2010 könne Yahoo mit höheren Erlösen in einer Größenordnung von 8,8 Milliarden Dollar rechnen. Gute Gewinnaussichten könnten die Yahoo-Aktionäre davon überzeugen, ihre Aktien zu behalten. Microsoft hatte ursprünglich 45 Milliarden Dollar für eine Übernahme der Aktien angeboten. Dies war von Yahoo
abgelehnt worden.
Alibaba will sich freikaufen
In Zusammenhang mit der drohenden Übernahme von Yahoo durch Microsoft möchte sich der chinesische Internetkonzern Alibaba laut einem Bericht des "Wall Street Journals" von Yahoo freikaufen. Yahoo hält an dem Handelsplattformbetreiber und Internet-Anbieter Alibaba 39 Prozent der Anteile. Microsoft wird von den Chinesen kritisch beäugt. Sollte sich Alibaba erfolgreich von Yahoo trennen, würde auch der Konzernwert von Yahoo sinken.
Jörg Schamberg