Nokia hatte es vorgemacht. Im Dezember stellten die Finnen das geplante Musik-Abo mit dem Namen "
Comes with Music" vor. Beim Kauf eines Handys soll jeder Kunde automatisch in den Genuss einer einjährigen Song-Flatrate kommen. Auch nach Ablauf des Abos werden dann alle heruntergeladenen Musikstücke weiter abspielbar sein. Doch noch bevor der Vorstoß im September in die Realität umgesetzt wird, will nun auch Apple auf den Zug aufspringen und die Koppelung von Songs und Geräten vorantreiben.
Aufschlag bei iGeräten
Wie die Financial Times Deutschland (FTD) am Montagmorgen berichtete, steht der Gerätehersteller derzeit mitten in Verhandlungen mit führenden Musikkonzernen. Zweck der Kooperation wird es sein, den iPod und das
iPhone zukünftig mit einem kleinen Aufschlag zu verkaufen – im Gegenzug sollen Kunden ohne Einschränkungen Songs aus Apples Musik-Shop
iTunes herunterladen dürfen.
Von dem neuen Vertriebskanal würden beide Seiten profitieren: Mit einer iTunes-Flatrate könnte Apple die Attraktivität des Geräteangebots und damit die Absatzzahlen steigern. Den Plattenfirmen hingegen böte ein solches Modell mehr Stabilität im schleppenden Musikgeschäft.
Uneins über die Umsatzbeteiligung
iTunes: Mehr als sechs Millionen Songs auf Lager.
Bild: Apple
Großer Knackpunkt bei den Gesprächen sei die Frage nach der Umsatzbeteiligung. Während Nokia seinem Partner Universal Music rund 80 US-Dollar für jeden Handykauf zukommen lassen will, sei Apple derzeit lediglich zu einer Abgabe von 20 US-Dollar pro Gerät bereit. Darüber hinaus sei nach Angaben der FTD ein zweites Modell im Gespräch, bei der Nutzer durch die Abgabe einer monatlichen Pauschale in Höhe von sieben bis acht Dollar ebenfalls unbegrenzt die Song-Audiothek von iTunes in Anspruch nehmen können. Da die Abrechnung über die Telefonrechnung geschehen soll, wäre dieser Dienst nur für iPhone-Besitzer möglich.
André Vatter