Mittwoch, 19.03.2008 09:06

Terminierungsentgelte im Visier der EU

aus dem Bereich Mobilfunk
Wenn eine Frau in den Führungsetagen der europäischen Mobilfunk-Netzbetreiber nicht gerade beliebt ist, dürfte häufig der Name Viviane Reding fallen. Die smarte luxemburgische EU-Kommissarin hat bereits dafür gesorgt, dass die Preise für das mobile Telefonieren im EU-Ausland über den Eurotarif deutlich gefallen sind. Auch die SMS- und Datenpreise im Ausland sollen nach ihrem Willen im Laufe der nächsten Jahre spürbar sinken. Doch das ist noch immer nicht das Ende der Fahnenstange. In einem Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" (FTD) verriet sie, dass auch die Terminierungsentgelte langfristig spürbar sinken müssten.

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Entgelte sollen deutlich fallen

Ein Terminierungsentgelt wird immer dann fällig, wenn zum Beispiel ein Gespräch von einem T-Mobile-Kunden zu einem E-Plus-Handy oder aus dem o2-Netz zu einem Vodafone-Anschluss geführt wird. In Deutschland dürfen die beiden D-Netz-Betreiber 7,92 Cent pro Minute berechnen, für E-Plus und o2 gilt ein Minutenpreis in Höhe von 8,8 Cent. EU-weit liegen diese Entgelte derzeit im Schnitt bei 9,67 Cent pro Minute. Zu viel wie Reding findet. Sie fordert langfristig einen Minutenpreis zwischen 1 und 1,5 Cent.

"Es ist Sache der nationalen Behörden das zu regeln. Wenn aber der europäische Zusammenschluss der nationalen Regulierer bis zu diesem Sommer keine brauchbaren Vorschläge macht, werde ich selbst eingreifen müssen", zeigt sich Reding wieder einmal angriffslustig. Damit greift die EU-Kommissarin eine weitere Umsatzquelle der Mobilfunk-Netzbetreiber an. Reding ist der Meinung, hohe Terminierungsentgelte seien Subventionen gleichzusetzen, die der gesättigte Mobilfunkmarkt nicht mehr nötig habe.

Maximal zwölf Cent pro SMS aus dem EU-Ausland

Für den SMS-Versand im Ausland stellt sich Reding einen Preis von maximal zwölf Cent pro Kurzmitteilung vor. Bei der mobilen Datenkommunikation dürften 35 Cent pro Megabyte nicht überschritten werden. Zu einem möglichen Preis, der pro Minute abgerechnet werden muss, machte Reding keine Angaben. Dabei wäre diese Art der Abrechnung für viele Kunden deutlich trransparenter. Denn wer kann schon exakt verfolgen, wie viele Megabyte er beim Surfen im Internet und der E-Mail-Nutzung genau verbraucht.
Hayo Lücke
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