Die EU-Kommission hat Anfang der Woche beschlossen, die Norm DVB-H (Digital Video Broadcasting – Handhelds) in das EU-Verzeichnis der Normen und Spezifikationen aufzunehmen. Dies soll ein weiterer Schritt zum Aufbau eines Binnenmarkts für das Mobilfernsehen in Europa sein. Nachdem die Neufassung des Verzeichnisses im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde, sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Nutzung von DVB-H zu fördern.
Rechtemanagement für Handy-TV
"Das Mobilfernsehen wird sich erst dann in Europa richtig etablieren, wenn die Frage der Technik geklärt ist", sagte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Reding für einen
einheitlichen Übertragungsstandard in Europa ausgesprochen und auch mitgeteilt, dass notfalls DVB-H vorgeschrieben werde. Im Juli hatte die EU-Kommission dann
eine europaweite Norm für Fernsehen auf dem Handy vorgeschlagen. "Der nächste Schritt zur Umsetzung der EU-Strategie für das mobile Fernsehen umfasst Vorgaben für Genehmigungssysteme und die Förderung von Rechtemanagementsystemen, die wie DVB-H auf offenen Standards beruhen sollten", fuhr Viviane Reding gestern fort.
Durch die EU-weite Verwendung von DVB-H würden nicht nur die Verbraucher, sondern auch Netzbetreiber und Gerätehersteller profitieren, die so einen ausreichend großen Markt für die Masseneinführung von
Handy-TV bekämen. Laut EU-Kommission ist DVB-H zurzeit die am weitesten verbreitete Mobilfernsehnorm in der EU. In Italien würden bereits kommerzielle DVB-H-Dienste angeboten – weitere Länder wie Finnland, Österreich, Frankreich, Spanien und die Schweiz sollen voraussichtlich noch in diesem Jahr folgen. Bis 2011 könne das Mobilfernsehen weltweit mit rund 500 Millionen Zuschauern ein Marktvolumen von 20 Milliarden Euro erreichen.