Die
Deutsche Telekom setzt ihr internationales Kaufkarussell erneut in Bewegung. Nachdem die Bonner im letzten Jahr mit dem
Kauf des US-Mobilfunkers SunCom Wireless und später der niederländischen
Orange ihre Position im Westen Deutschlands gestärkt haben, schielt Vorstandschef René Obermann nun auch auf den Osten, genauer: auf den griechischen Markt. Wie der Konzern heute mitteilte, sei der Erwerb von 20 Prozent des dortigen Telekommunikationsunternehmens Hellenic Telecom (OTE) so gut wie in trockenen Tüchern.
2,5 Milliarden Euro-Übernahme
Verkäufer des Anteils ist die Marfin Investment Gruppe (MIG), die der Telekom ihre gesamte Beteiligung an dem Unternehmen zur Verfügung stellte. Der Wert des OTE-Aktienpaketes liegt bei rund 2,5 Milliarden Euro bei 26 Euro pro Wertpapier. Noch stehe der Kauf jedoch unter Vorbehalt, wie ein Sprecher der Financial Times Deutschland (FTD) mitteilte: "Wir können jederzeit von dem Vertrag zurücktreten."
Einige Hürden sind noch zu nehmen
Für die Umsetzung der Vereinbarung fehlt bisher noch die Zustimmung des Telekom-Aufsichtsrates. Auch die griechische Regierung, die mit rund 28 Prozent an OTE beteiligt ist, sowie das inter-ministerielle Komitee (IMC) müssen noch grünes Licht geben.
In Branchenkreisen wird vermutet, dass Obermanns Strategie vor allem auf den griechischen Mobilfunkmarkt ausgerichtet ist. Die Hälfte aller Gewinne, die die Deutsche Telekom heute verbuchen kann, erwirtschaftet das Unternehmen im Ausland.
André Vatter