Das Ende der Handyproduktion im Nokia-Werk in Bochum könnte für den finnischen Konzern ein noch teureres Nachspiel haben. Nicht nur, dass das Land Nordrhein-Westfalen 60 Millionen Euro Subventionen und Zinsen
zurückfordert, jetzt hat sich auch das Bundesforschungsministerium zu Wort gemeldet. Nach einem Bericht der "WirtschaftsWoche" will es einen Teil der zehn Millionen Euro zurück, die Nokia in den vergangenen Jahren für Forschungsprojekte erhalten habe.
Mehr Rückzahlungen?
Das Magazin schreibt, es seien vier Projekte mit einem Fördervolumen von vier Millionen Euro strittig. Das Ministerium berufe sich darauf, dass eine "Verwertung der Forschungsergebnisse in Deutschland" vorgesehen war. Es habe aber "erhebliche Zweifel", dass dies nach der angekündigten Schließung des Bochumer Werkes noch gewährleistet sei. Gefördert wurde unter anderem die Entwicklung neuer Antennen und drahtloser Funkübertragungsmethoden.
Auch ein Schreiben von Nokia zu dem Thema habe mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet, heißt es im Ministerium. Daher soll das Unternehmen bis Anfang April detailliert erklären, welche Patentanmeldungen aus den Projekten resultierten und welche deutschen Standorte von den Ergebnissen profitieren. "Wenn die Antwort nicht substanzieller wird, werden wir das Geld zurückfordern", sagt Ministerialdirektor Wolf-Dieter Lukas. Nokia müsste die Rückforderung dann sofort begleichen – oder gegen den Bescheid klagen.
Hayo Lücke