Wissenschaftler in den USA haben vor einer Manipulation von Herzschrittmachern und anderen medizintechnischen Geräten durch unbeteiligte Dritte gewarnt. Sogenannte Hacker könnten sich Zugriff zu Patientendaten verschaffen, diese ändern und somit das Leben eines Patienten in Gefahr bringen, heißt es in einer am Mittwoch in den USA vorgestellten Studie.
Einem Forscherteam sei es in Labortests gelungen, Signale eines Implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) abzufangen. Das Gerät habe persönliche Angaben zum Patienten sowie zur Behandlung enthalten. Mit einer selbstgebauten Maschine konnten die Forscher die abgefangenen Daten verändern und so Einfluss auf die Abgabe von Elektroschocks nehmen.
Bislang keine Angriffe
Mit dem technischen Fortschritt werde auch die Reichweite von Herzschrittmachern und ähnlichen Geräten größer, wodurch die Gefahr einer Einflussnahme von außen - beispielsweise über das Internet - wachse. Bislang gebe es keine Informationen über Hacker-Angriffe auf Träger von Herzschrittmachern oder ICD-Geräten.
Ziel der Studie sei es, die Hersteller medizintechnischer Geräte auf die Bedeutung von Sicherheit und Datenschutz hinzuweisen, erklärte der Computerwissenschaftler Kevin Fu von der Universität von Massachusetts. Zwar gebe es bereits einige Sicherheitsvorkehrungen, diese seien aber ausbaufähig. Die von Experten überprüfte Studie soll im Mai auf einem Symposium in Kalifornien präsentiert und veröffentlicht werden.
Hayo Lücke
/ afp