Markennamen werden nicht nur in der realen Welt durch billige Fälschungen aus Fernost geschädigt. Auch im Internet werden die Namen bekannter Unternehmen oder ihrer Produkte zunehmend bei der Registrierung von Domains als Teil des Domainnamen genutzt. Dieses Cybersquatting genannte Treiben verstößt gegen das Markenrecht und nimmt rapide zu. Auch die Erstellung gefälschter Webseiten, Phishing genannt, findet unter anderem auch in Deutschland auf einer breiten Basis statt. Der
"Brandjacking Index Winter 2007" des im Markenschutz tätigen US-Unternehmens MarkMonitor hat rückblickend die Trends bei Markenmissbrauch und
Phishing im Jahr 2007 aufgelistet.
Markenmissbrauch nimmt zu
Zur Erstellung des Reports hat MarkMonitor nach eigenen Angaben täglich 134 Millionen Domains, mehrere Milliarden öffentlich zugänglicher Websites und 60 Millionen Spam-Mails ausgewertet. 30 Marken der von Interbrand weltweit gelisteten Top 100 wurden 2007 in wöchentlichen Stichproben kontrolliert. Beim Markenmissbrauch wurden gegen Ende 2007 wöchentlich über 380.000 Missbrauchsfälle registriert. Alltagsprodukte wie Nahrungsmittel, Getränke oder Kfz-Zubehör gerieten dabei verstärkt in den Fokus. Mehr als ein Drittel der Missbräuche betreffen jedoch den Automotive- und Medienbereich. Seit Beginn letzten Jahres ist das Cybersquatting um rund 33 Prozent gestiegen. Es wird als einfacher Trick zur Erhöhung des Traffics einer Webseite genutzt. Nahezu alle Wörter aus einem Wörterbuch sind bereits als Domainnamen vergeben, da ist es publikumswirksam bekannte Markennamen in den Domainnamen zu integrieren.
Erfasst wurde jeweils auch das Ursprungsland von kriminellen Cyberangriffen. Dabei sind klare geografische Schwerpunkte erkennbar: deutsche Websites liegen beim Markenmissbrauch mit einem unrühmlichen Anteil von neun Prozent direkt hinter den USA mit 68 Prozent auf Platz zwei der Statistik. Großbritannien folgt mit vier Prozent auf dem dritten Platz.
Rückgang bei Domain-Kiting und Pay-per-Click
In manchen Bereichen wie dem Domain-Kiting oder bei Pay-per-Click waren rückläufige Trends zu beobachten. Beim Domain-Kiting werden Domains für fünf Tage kostenlos reserviert, für bestimmte Zwecke genutzt, gekündigt und erneut kostenlos registriert. Ohne je zu bezahlen kann eine Domain auf diese Weise besetzt werden. Mit Pay-per-Click, der Bezahlung von geschalteten Anzeigen pro Klick, haben einzelne Nutzer des Domain-Kitings bis zu drei Millionen US-Dollar eingenommen. Es ist also ein sehr einträgliches Geschäft.