Niemand weiß genau, wie groß das Weltall eigentlich ist. Das überrascht kaum. Was aber überrascht ist, dass es auch selbstgeschaffene Universen gibt, deren Umfang sich nur noch mit größter Mühe nachvollziehen lassen. Der digitale Kosmos hat sich mittlerweile auf 281 Exabyte – oder 281 Milliarden Gigabyte – aufgeblasen. Jedoch eine geradezu lächerliche Größe, wenn man den Prognosen der IT-Forscher von IDC Glauben schenkt: Im Jahr 2011 soll sich die Masse gespeicherter Informationen verzehnfacht haben.
Unerkanntes Wachstum
Tatsächlich war der weltweite Datenbestand bereits im letzten Jahr rund zehn Prozent größer, als zunächst angenommen, verrät die neue
IDC-Studie "Das verschiedenartige und explodierende digitale Universum". Grund seien die unerwartet hohen Absatzzahlen von Kameras und digitalen Fernsehern. Außerdem habe sich die Technik der Datenreplikation stark verbessert.
Der "digitale Schatten" wächst
blau: Datenproduktion, rot: Datenspeicherung
Quelle: IDC2007 war auch das Jahr, in dem zum ersten Mal mehr Informationen erstellt oder kopiert wurden, als es der globale Datenspeicher in Form von Festplatten, CDs und Magnetbändern erlaubt. Radio- oder Fernsehsendungen beispielsweise flimmerten rückstandslos über den Bildschirm und verschwanden im Datennirwana. Es handelt sich dabei um einen Trend, der sich weiter fortsetzen wird, wenn man bedenkt, dass 2011 rund die Hälfte aller produzierten Informationen aufgrund fehlender Ressourcen einfach verschwinden wird.
Interessant wäre es zu wissen, welche Hälfte genau dabei auf der Strecke bleibt. Laut IDC werden 50 Prozent aller Daten aktiv durch Nutzer generiert, indem E-Mails geschrieben, Fotos geschossen oder Telefonanrufe erledigt werden. Die fehlenden 50 Prozent liefert der sogenannte "digitale Schatten": Mitschnitte von Überwachungskameras, Verlaufslisten von Netzausflügen oder Berichte über finanzielle Transaktionen.
André Vatter