Stell Dir vor es ist Patchday bei Microsoft - und keiner installiert die Updates. In dieser Woche war es wieder einmal soweit, die monatlichen Sicherheitsfixes wurden vom Redmonder Softwareriese zum Download bereitgestellt, mit dabei: einige
Patches für diverse Office-Programme. Die automatische Installation der Updates kann von kritischen Computernutzern aber verweigert werden. Doch es gibt auch andere Wege, wie Sicherheitslücken von den Benutzern unbemerkt gefixt werden können.
Verbreitung von guten Würmern?
Eine britische Forschergruppe um
Milan Vojnovic von Microsoft Research arbeitet in Cambridge an Wegen, um Server bei der Verbreitung von Updates zu entlasten. Derzeit werden Updates auf zentralen Servern bereitgestellt. Alternativ sei von den britischen Forschern unter anderem daher auch die Nutzung von Wurmtechniken für das Stopfen von Sicherheitslecks getestet worden. Auf der
Webseite von Microsoft Research stellt Vojnovic ein sehr technisch gehaltenes Strategiepapier vor, das unter anderem den Einsatz von Würmern als ein Beispiel zur Update-Verbreitung auflistet.
Solche guten Würmer könnten sich von Computer zu Computer verbreiten und auf allen gefährdeten Rechnern notwendige Sicherheitsfixes herunterladen und installieren. Dies könnte ohne Wissen und Erlaubnis der Computernutzer geschehen. Der Microsoft-Wurm sollte dabei nicht nur in guter Mission unterwegs sein, sondern auch über eine gewisse Intelligenz verfügen. Ganze Firmennetzwerke könnten in Windeseile auf den neuesten Sicherheitsstand gebracht werden. Vor einem Fix wird dabei zunächst stichprobenhaft geprüft, ob Rechner des Netzwerkes gefährdet sind. Bei einer ausreichenden Zahl von ungeschützten Rechnern werden dann direkt alle Computer im Netzwerk gefixt.
Dementi von Microsoft
Da ein solches Vorgehen nicht erlaubt ist, dementierte Microsoft gegenüber dem amerikanischen IT-Magazin infoworld.com umgehend, dass die Wurmtechnik in Microsoft-Programme integriert werden soll. Zuvor hatte unter anderem ein
Bericht des Technikmagazin "New Scientist" das Thema publik gemacht. Microsoft betonte, es sei nicht Ziel der Microsoft-Forschung Würmer zu entwickeln. Mitte April will Microsoft die Ergebnisse der Forschungsgruppe auf einer Konferenz in Phoenix, Arizona, der Öffentlichkeit präsentieren.