Dienstag, 11.03.2008 20:08

United Internet glänzt mit schwarzen Zahlen

aus dem Bereich Breitband
An der Börse machten die Aktien von United Internet heute einen Sprung von rund sieben Prozent nach oben. Bekanntgewordene Spekulationen über einen Verbund der DSL-Konkurrenten Versatel, United Internet, freenet und Telefónica hatten auch auf dem Börsenparkett die Runde gemacht. Doch auch mit harten Zahlen kann United Internet glänzen: das Unternehmen aus Montabaur präsentierte die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2007.

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Zunahme um 920.000 Kunden

Die große United Internet-Familie ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Das Unternehmen setzt sich unter anderem aus dem immer noch dominierenden Webhosting-Geschäft, dem DSL-Bereich um die Marken 1&1, Web.de und GMX sowie aus der Sparte Informationsmanagement zusammen. Trotz eines heftig umkämpften Marktes kann Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von United Internet, zufrieden auf die Bilanz schauen. Die Gesamtzahl der Kundenverträge wuchs um rund 920.000 auf 7,2 Millionen an. Webhosting bleibt nach wie vor der größte Geschäftsbereich des Unternehmens aus Montabaur: 3,2 Millionen Kundenverträge standen Ende 2007 2,6 Millionen DSL-Verträgen und 1,2 Millionen Kunden der Sparte Informationsmanagement gegenüber. 1,5 Millionen der Webhosting-Verträge konnte United Internet allerdings mit Kunden im Ausland abschließen.

2,6 Millionen DSL-Kunden

Im Vergleich zum Jahresende 2006 wuchs die Zahl der DSL-Kunden um rund 400.000 Verträge an. Die Zahl der Kunden, die sich noch analog oder über die ISDN-Leitung in das Internet einwählen, sank von 170.000 Ende 2006 auf noch 140.000 Kunden zum Jahresende 2007. Angesichts der hohen DSL-Kundenzahl kämpfte die DSL-Sparte im letzten Jahr mit Anschlussproblemen bei der Umstellung auf Komplettpakete, da der Ansturm von wechselwilligen Kunden größer war als erwartet. Die Telekom kam mit der Bereitstellung der DSL-Anschlüsse nicht mehr hinterher. Die Zahl der Telefoniekunden wuchs um etwa 500.000 auf rund 1,76 Millionen an. Monatlich brachten es diese Kunden auf 950 Millionen Telefonminuten.

Der Umsatz konnte von 1,17 Milliarden Euro auf rund 1,48 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies entspricht einem Wachstum von 26,7 Prozent. Das EBITDA, das vorläufige Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, verbesserte sich um 39,6 Prozent von 221,2 Millionen Euro 2006 auf 308,8 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie ist für die Aktionäre erfreulich: mit 64 Cent wurde das Vorjahresergebnis um 52 Prozent übertroffen. Angesichts dieser positiven Zahlen ist United Internet für die Marktkonsolidierung im DSL-Sektor, die in diesem Jahr wohl ihren Höhepunkt finden wird, gut gerüstet. Durch Beteiligungen an Freenet und Versatel hat sich United Internet eine starke Ausgangsposition im Wettbewerb mit anderen Konkurrenten geschaffen.
Jörg Schamberg
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