Ein verbaler Schlagabtausch nimmt derzeit zwischen
VoIP-Anbieter Sipgate und der Deutschen Telekom AG seinen Lauf. Nachdem Telekom-Sprecher Mark Nierwetberg gegenüber der Nachrichtenagentur dpa geäußert hatte, die Qualität von
VoIP-Gesprächen habe abgenommen, wehrten sich die Düsseldorfer mit
ihrer Sicht der Dinge. Die Darstellung der Telekom sei falsch, mehr noch: Die Sprachqualität ist den Düsseldorfern zufolge in der Vergangenheit sogar gestiegen, da die verwendete Bandbreite und die Endgeräte besser als zuvor seien. Als Beleg führte Sipgate zur CeBIT eine
Blitzumfrage durch – die nun prompt wieder eine Reaktion von Telekom-Sprecher Nierwetberg auf den Plan rief.
VoIP mit Blick in die Zukunft
So weist Nierwetberg nun darauf hin, dass der Sipgate-Umfrage zufolge immerhin 20,9 Prozent der Befragten Qualitätseinschränkungen zu Stoßzeiten im Internet feststellen mussten. Immerhin 4,6 Prozent waren darüber hinaus der Meinung, die VoIP-Qualität habe sich verschlechtert. Für Nierwetberg sind das Anzeichen einer Bewegung: "Unsere Aussage ist nicht, dass VoIP 24 Stunden, sieben Tage die Woche grottenschlecht ist. Wir haben auf Qualitätsentwicklungen hingewiesen, die durch steigende Datenmengen entstehen können", so Nierwetberg gegenüber onlinekosten.de. Es gehe ihm nicht darum, das Geschäftsmodell VoIP schlecht zu reden. Aber es gehe um eine realistische Einschätzung von Entwicklungen in der Zukunft. Im übrigen beziehe sich seine Aussage nicht auf Carrier-interne Telefonate, sondern auf Verbindungen über einzelne Carrier-Netze hinweg: Bei diesem so genannten Peering käme es aufgrund von unterschiedlichen Leistungskapazitäten zu Qualitätsverlusten.
Qualität eine Frage der Kundenausstattung
Dem entgegnet nun Sipgate-Sprecher Wilhelm Fuchs: "Die Analyse der Umfrage zeigt, dass die angeführten 20 Prozent, die bei Spitzenzeiten eine Verschlechterung der VoIP-Qualität wahrnehmen, mit den 15,1 Prozent und 1,9 Prozent der Nutzer weitgehend übereinstimmen, die der Internet-Telefonie eine befriedigende und mangelhafte Qualität attestieren." Dabei handele es sich vor allem um Nutzer, die kein VoIP-Endgerät mit Bandbreitenmanagement einsetzen. Bei
Softphone-Nutzern beeinflusse zudem oft das nicht für VoIP ausgelegte
Headset die Sprachqualität, so Fuchs weiter. Auch den Hinweis auf die 4,6 Prozent Befragten, die eine Verschlechterung der VoIP-Sprachqualität festgestellt haben, entkräftet der Sipgate-Sprecher: Im Vergleich zu einer Umfrage ein Jahr zuvor, habe sich dieser Wert um einen Prozent verbessert. "Damit steigt die Beliebtheit von VoIP auch unter den kritischen Kunden". Zudem hätten zehn Mal so viele Teilnehmer der Blitzumfrage - nämlich 49,9 Prozent - geantwortet, die Sprachqualität habe sich im Nutzungszeitraum sogar verbessert. Weitere 45,5 Prozent beurteilten sie laut Fuchs als gleichbleibend.