Montag, 10.03.2008 13:16

1&1 will über Arcor ins Netz

aus dem Bereich Breitband
Seitdem die Tochter von United Internet, 1&1, ihren Kunden Komplettanschlüsse ohne Telekom-Verträge anbietet, entwickelt sich der Begriff "Kapazitäten" immer mehr zum Reizwort. Hauptlieferant von Vorleistungen ist nach wie vor die Deutsche Telekom, doch um die Unabhängigkeit vom Ex-Monopolisten weiter auszubauen, mietet 1&1 schon seit längerem die Infrastruktur von Telefónica und QSC. Auch der kürzliche Anteilszukauf beim Breitbandanbieter Versatel, der über ein eigenes Glasfasernetz verfügt, soll seinen Beitrag dazu leisten. Doch wie ein Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) nun verrät, geht das United Internet-Chef Ralph Dommermuth noch nicht weit genug: Er plant ein Rendevouz mit Arcor.

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Interesse am Wholesale-Geschäft

Beide Unternehmen befänden sich bereits in Gesprächen, keines von ihnen ist allerdings zur Stunde zu einer Stellungnahme bereit. Das von Arcor betriebene Netz ist eines der größten in Deutschland, zudem sei Konzern-Chef Harald Stöber an einer Expansion im Wholesale-Geschäft äußerst interessiert. United Internet würde bei einer Zusammenarbeit deutlich von der etablierten Infrastruktur profitieren. Diese Erfahrung hat auch schon Hansenet gemacht. Für die Netzmarke Alice kaufen die Hamburger seit Anfang des Jahres DSL-Anschlüsse bei Arcor ein.

T-Bitstream-Zugang könnte den Markt beleben

Am Freitag hatte die Telekom der Netzagentur ein Preisangebot für den sogenannten Bitstream-Zugang angeboten. Dabei handelt es sich um einen entbündelten Breitbandanschluss ohne gleichzeitige Kundenbindung bei der Telekom. 24,76 Euro wollen die Bonner ihren Konkurrenten aus dem Resale-Bereich – und damit auch 1&1 – dafür monatlich in Rechnung stellen. Im Vergleich zum europäischen Ausland läge man mit diesem Preis im unteren Bereich, ließ die Telekom mitteilen. Doch United Internet sieht das anders: "Der vorgeschlagene Preis liegt deutlich über dem Marktpreisniveau selbst von Telekom-Angeboten wie congstar", sagte 1&1-Manager Hoffmann der FTD. Trotzdem will United Internet die Telekom-Offerte als Chance sehen: "Das neue Angebot wird uns die Möglichkeit eröffnen, die Abdeckung für entbündelte Komplettpakete von 60 Prozent aller DSL-Haushalte auf 100 Prozent zu erhöhen", sagte 1&1-Vorstand Robert Hoffmann. Bis zum 13. Mai will die Bundesnetzagentur über den Antrag entschieden haben.
André Vatter
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