Trotz der
gesetzlichen Zulassung von
Handys im Flugzeug will die Lufthansa weiter keine Telefonate an Bord gestatten. "Die überwiegende Mehrzahl der Gäste fühlt sich durch die Freigabe von Mobiltelefonen gestört", sagte eine Lufthansa-Sprecher.
Passagiere nicht stören
Die Fluggesellschaft beruft sich auf Umfragen unter den eigenen Passagieren. Deshalb sei trotz einer neuen Verordnung des Bundesverkehrsministeriums nicht geplant, Handygespräche an Bord zuzulassen. Air-Berlin-Sprecherin Alexandra Müller sagte, Handygespräche an Bord seien "eine Störung, besonders auf Nachtflügen". Allerdings erwäge Air Berlin, das Versenden von Emails und SMS an Bord zu gestatten. Es habe bereits Gespräche mit Firmen gegeben. Das Verkehrsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass Fluggesellschaften künftig Handys in ihren Maschinen erlauben können.
Notebook-Surfen soll bald wieder möglich sein
Die Lufthansa wolle aber möglichst bald wieder Internet-Verbindungen über Laptops zulassen, sagte der Sprecher. Derzeit sei die Fluggesellschaft noch auf der Suche nach einem Partner für einen solchen Service. Bei der Lufthansa war es bis Ende 2006 bereits möglich, an Bord im Internet zu surfen. Allerdings hatte der US-Flugzeugbauer Boeing damals das von ihm betriebene System Connexion
abgeschaltet, mit dem auch die Lufthansa arbeitete.
Laut der neuen Verordnung des Bundesverkehrsministeriums dürfen Mobiltelefone künftig im Flugzeug genutzt werden, wenn Airlines die technischen Voraussetzungen schaffen. Seit kurzem gibt es erste Techniken auf dem Markt, die es zulassen, mit Handys im Flugzeugen zu telefonieren, ohne damit die Bordelektronik der Maschinen zu stören. Dafür wählt sich das Handy in der Regel in ein flugzeuginternes Netz ein. Von dort aus wird der Anruf in das jeweilige Handynetz des Nutzers weitergeleitet. Dabei fallen laut den Betreibern in etwa die Kosten von internationalen Mobilfunkgesprächen an.
Hayo Lücke
/ afp