Etwas Besonderes haben sich die Redmonder mit den sogenannten WebSlices einfallen lassen. Ob eine Website die bereits unterstützt beziehungsweise implementiert hat, erkennt der Nutzer an dem kleinem violetten Knopf neben der Home-Schaltfläche des Browsers. Bestimmte Seitenausschnitte lassen sich so mittels eingeblendetem Button auf der ebenfalls neuen Favorites Bar unterhalb der Adressleiste ablegen.
Alles im Blick
Ein Beispiel: Nach der Suchanfrage bei Ebay kann mittels Mausklick eine Mini-Vorschau erzeugt werden, die alle wichtigen Auktionsdaten eines Artikels zeigt. Anschließend erscheint diese auf der Favoritenleiste des Browsers. Bis jetzt bietet von den bekannten Unternehmen nur das Aktionshaus diesen Service an. Zurzeit lassen sich zwar nur die ersten zwölf Treffer zu einer Artikelsuche für WebSlices nutzen, aber das Ganze befindet sich ja schließlich noch in der Beta-Phase.
Ein WebSlice in Aktion. Zum Vergrößern
bitte anklicken. Bild: onlinekosten.de
Der neue IE 8 kann darüber hinaus noch die Vorgängerversion emulieren, praktisch, falls ältere Seiten nicht korrekt angezeigt werden können und für Web-Programmierer. Für letztere ist übrigens auch ein Debugger vorhanden. Unterschiede bei der Geschwindigkeit im Seitenaufbau ließen sich im Vergleich zum Vorgänger nicht ausmachen, trotz Beta-Status arbeitet der neue Explorer meist zuverlässig.
Fazit: Zwei Schritte nach vorn
Insgesamt gesehen macht Microsoft mit der neuesten Version einen großen Sprung in die richtige Richtung. Die Möglichkeit, markierte Ausdrücke schnell zu suchen oder anderweitig zu verwenden, erleichtert die Arbeit mit dem Browser sehr. Beim ersten Start kann man diesmal sogar nach alternativen Add-ons für eventuell vorhandene Firefox-Erweiterungen suchen, was im Test allerdings keine brauchbaren Ergebnisse lieferte. Die neuen Funktionen Activities und WebSlices machen Lust auf mehr, und XML-Hobby-Programmierer finden mit ihnen eine neue Spielwiese. Anscheinend haben die Entwickler erkannt, dass ein Browser mehr können sollte, als bloß Internet-Seiten darzustellen. Auf die finale Version darf man mehr als gespannt sein. Bis die erscheint, wird aber wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Erst dann wird auch die Frage geklärt, ob Microsoft mit dem IE8 zu Mozilla aufschließen kann.
Marcel Petritz