Bei der CeBIT in Hannover dreht sich in diesem Jahr bekanntermaßen alles um das Thema Green IT. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) freut sich, "dass die Computerbranche endlich das Thema Umweltschutz zum Schwerpunkt macht", warnt jedoch gleichzeitig vor einem Etikettenschwindel.
Green ist nicht gleich grün
Mit der Etikettierung Green IT werde der Eindruck erweckt, es handele sich um umweltschonende Produkte. "Doch ein paar energieeffizientere Geräte machen noch keinen Sommer", sagt Cornelia Tausch, Leiterin Fachbereich Wirtschaft des vzbv, und fordert daher: "Wo grün draufsteht, muss auch grün drin sein". Wer seinen Produkten das Etikett "Green-IT" verpasse, müsse dafür sorgen, dass auch deren Herstellung und Entsorgung klima- und ressourcenschonend erfolgten. Hier müssten die Hersteller noch deutlich nachlegen. Auch die Umweltorganisation Greenpeace ist der Meinung, dass
nur wenige Geräte wirklich umweltfreundlich sind.
Kennzeichnung gefordert
Der vzbv fordert nun die Hersteller auf, Stromfresser aus ihrem Sortiment zu streichen und die Recyclingfähigkeit der Produkte sicherzustellen. Außerdem sollten die Verbraucher angemessen über Umwelt- und Energieeigenschaften der Produkte informiert werden. Die Politik solle ein verpflichtendes Kennzeichnungssystem für die Energieeffizienz von Unterhaltungselektronik und Bürokommunikation einführen, so wie es bereits für Haushaltsgeräte existiert. Geräte ohne Ein-/Ausschalter müssten nach Auffassung der Verbraucherschützer generell vom Markt verbannt werden.
Wer beim Kauf von PC-Hardware auf Nummer sicher gehen möchte, soll laut vzbv auf das Umweltzeichen Blauer Engel achten. Derzeit seien im Handel 44 Computer, Bildschirme und Tastaturen von insgesamt vier Herstellern mit dem Gütesiegel erhältlich. Darüber hinaus gebe es 102 Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte zu kaufen.