Schnelles Internet via DSL ist in Deutschland derzeit die
dominierende Zugangsmethode in das weltweite Netz. Doch laut Deutschem Kabelverband, dem Branchenverband der drei größten Anbieter
Kabel Deutschland,
Unitymedia und
Kabel BW, holt das TV-Kabel zunehmend auf. Bereits vier Millionen Kunden hätten sich für digitale Kabelangebote entschieden.
Knapp 900.000 Internetnutzer
Doch betrachtet man diese Angaben genauer, so stellt sich die Zahl der Nutzer, die per digitalem Kabel-TV ins Internet gehen, noch etwas bescheiden dar. Ende 2007 surften 876.000 Haushalte über die Breitbandnetze der
Kabelnetzbetreiber online, das sind 125 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Im vierten Quartal wählten immerhin 60.000 Haushalte einen Internetanschluss bei einem der großen Kabelnetzbetreiber. Auch die Zahl der Haushalte, die das TV-Kabel zum Telefonieren nutzen, stieg 2007 um 137 Prozent auf 695.000 an. Die Kabelnetzbetreiber zählten Ende 2007 insgesamt vier Millionen Digital-TV-Kunden. Die Zahl der analogen TV-Anschlüsse nimmt ab. Unterm Strich verloren etwa
Kabel Deutschland und
Unitymedia daher sogar Kunden.
Laut Kabelverband hätten sich die drei großen Anbieter in manchen Gebieten als zweitgrößter Internet-Anbieter hinter der Deutschen Telekom etabliert. Noch sind die Triple Play-Angebote jedoch nicht flächendeckend verfügbar.
400 Millionen Euro Investitionen
Bis Ende 2008 sollen etwa zwei Drittel, also rund 23 Millionen der deutschen Haushalte, Zugang zu den Bündelangeboten aus Kabel-TV, Telefonie und Internet haben. In den weiteren Ausbau der Breitbandnetze wollen die drei großen Kabelnetzbetreiber 2008 mehr als 400 Millionen Euro investieren.
Damit sich die Kabelnetzbetreiber auch künftig so spendabel zeigen, forderte der Präsident des Deutschen Kabelverbandes, Rüttger Keienburg, von der Politik die Erhaltung von Anreizen für Investitionen in die Infrastruktur. Er zielte damit unter anderem auf die derzeitige Ausarbeitung der Rahmenbedingungen für die Regulierung im Telekommunikationsbereich auf europäischer Ebene. Keienburg plädierte für starke Kabelnetzbetreiber als Pendant zu den großen DSL-Providern.