Softwareriese Microsoft stellt erstmals sein neues Konzept-Betriebssystem
"Singularity" zum öffentlichen Download bereit. Das noch als Prototyp klassifizierte Projekt ist aber keineswegs ein vollwertiges System oder gar der Nachfolger der Windows-Reihe, sondern bietet lediglich einen Blick auf neue Methoden der OS-Programmierung.
Neue Architektur
Auf die Stabilität legen die Entwickler natürlich besonderen Wert. Zu diesem Zweck wurde die neue Programmiersprache Sing#, eine Erweiterung von C#, entwickelt und verwendet, um zum Beispiel das bekannte Problem des Pufferüberlaufs zu eliminieren, das bisher immer eine Schwachstelle war. Ebenfalls neu sind die "Software verification tools", die Programmierfehler schon in der Entwicklungsphase ausmerzen sollen. Die größte Veränderung findet wohl in der Systemarchitektur statt: So sollen beispielsweise SIPs (Software-Isolated-Processes) eine tragende Rolle spielen. Laufende Programme werden in getrennten Arbeitsumgebungen ausgeführt, um Konflikte und externe Störungen zu vermeiden. Ebenfalls neu sind die "Contract-based-Channels", die eine sichere und reibungslose Kommunikation der Programme beziehungsweise der SIPs ermöglichen.
Nackter Code
Screenshot aus einer Videopräsentation von Microsoft:
Erinnerungen an den C64 werden wach.
Bild: onlinekosten.de
Das "Singularity Research Development Kit (RDK)" kann in der Version 1.1 für akademische und nicht-kommerzielle Zwecke auf Microsofts Open Source Seite
"CodePlex" heruntergeladen werden. Allerdings handelt es sich hierbei nur um den Quellcode, eine lauffähige Version muss sich der interessierte Nutzer erst selber kompilieren, was gegebenermaßen einige Handarbeit mit sich bringt. Anschließend kann das Betriebssystem mit Microsofts "Virtual PC" gestartet werden. Für Normal-Nutzer ist "Singularity" wohl eher weniger interessant, Codefanatiker und experimentierfreudige Computer-Fans können einen Blick riskieren.
Marcel Petritz