Nur wenige High-Tech-Geräte sind laut der Umweltorganisation Greenpeace wirklich umweltfreundlich. "Ein wirklich grünes Produkt können uns die Hersteller noch nicht präsentieren", erklärte Ulrike Kallee, Greenpeace-Chemieexpertin am Mittwoch auf der Computermesse Cebit in Hannover. Eine Studie der Organisation habe allerdings gezeigt, dass es bei manchen Herstellern vielversprechende Ansätze gebe, fügte sie hinzu. Einige Computer und Handys schnitten demnach gut ab, vor allem Spielkonsolen seien aber weiter sehr umweltschädlich. Grüne Informationstechnologie, sogenannte
Green IT, steht im Mittelpunkt der Cebit.
Gefährliche Chemikalien
Im Fokus der Greenpeace-Studie stand, inwieweit Hersteller bereits auf gefährliche Chemikalien bei der Herstellung von High-Tech verzichten. Zudem spielten Energieeffizienz und Wiederverwertbarkeit der Geräte eine Rolle. Am besten schnitten in der Studie laut Greenpeace ein Laptop von Sony und ein Mobiltelefon von Sony-Ericsson ab, da die beiden Firmen weitgehend auf giftige Stoffe verzichteten. Dell-Computer würden zudem eine gute Energieeffizienz aufweisen.
Dennoch hätten selbst die besten der insgesamt 37 untersuchten Produkte nur gut die Hälfte der Kriterien der Umweltschutzorganisation erfüllt, hob Greenpeace hervor. Am unteren Ende der Umweltfreundlichkeit stehen laut Greenpeace-Studie die Hersteller von Spielkonsolen. Den Willen zur Veränderung hat die Organisation aber etwa bei Apple ausgemacht: Beim neuen
MacBook Air habe der Hersteller auf bestimmte giftige Stoffe verzichtet.
Stetig wachsende Müllberge
Ein weiteres Problem ist nach Angaben von Greenpeace der stetig wachsende Müllberg aus Elektronikschrott. Jedes Jahr landeten Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge zwischen 20 und 50 Millionen Tonnen alte Fernseher, Handys, Computer und andere Geräte auf dem Müll. Selbst in Europa, wo Unternehmen die Altgeräte an sich zurücknehmen müssen, landeten etwa 75 Prozent des Elektronikschrotts irgendwo auf dem Müll, sagte Greenpeace-Expertin Zeina Al-Hajj der Nachrichtenagentur AFP.
An der Spitze der Computerhersteller, die ihre Altgeräte zurücknehmen, stehen laut Greenpeace Dell und Hewlett-Packard - doch auch diese nehmen demnach weltweit gerade einmal zwölf Prozent der verkauften Geräte zurück. Der Schrott werde dann häufig in China, Indien oder Vietnam unter menschenunwürdigen Bedingungen in seine Einzelteile zerlegt. "Die Unternehmen müssen ihre Produkte nicht nur umweltfreundlicher machen, sondern auch Verantwortung für ihre Produkte von Anfang bis Ende übernehmen, von der Produktion bis zur Entsorgung," forderte Al-Hajj daher. "Alle elektronischen Geräte enthalten giftige Komponenten", betonte sie. "Wir haben ein großes Giftmüll-Problem vor uns."