Eigentlich sollte die klanghafte Ankündigung "Innovation für die Menschen und die Umwelt" den Schwerpunkt des Vortrags vorgeben. Dennoch konnte sich Steve Ballmer auf der heutigen
CeBIT-Pressekonferenz der befürchteten Frage nicht entziehen: Ob er mehr zum Stand der
Übernahmeverhandlungen mit Yahoo sagen könne. "Eine kurze Antwort?", fragt der Microsoft-Chef, der gewohnheitsgemäß das Rednerpult verschmähte, um wie ein Tiger im Blitzlichtgewitter auf und ab zu gehen: "Nein!" Yahoo sei am Zug, man befände sich zwar weiterhin in Gesprächen, allerdings würden auch Alternativen sondiert. "Der Deal würde Sinn machen. Beide Seiten – inklusive der Aktionäre, Werber und Kunden – würden davon profitieren." Dann verschob Ballmer das Thema Yahoo in den "Kein-Kommentar"-Schrank und nahm die ursprüngliche Idee seiner Rede wieder auf. "Diese CeBIT wird aufregender als je zuvor", verspricht er. Über seinem Kopf leuchtet das Microsoft-Logo, daneben erstrahlt ein grüner Baum.
Microsoft soll grüner werden
Die Redmonder haben sich dieses Jahr ganz auf den Umweltschutz eingeschworen: "Wir machen Riesenfortschritte", tönt Ballmer. "
Windows Vista beispielsweise ist im Leerlaufbetrieb bereits 33 Prozent energiesparender als Windows XP." Gleiches will das Unternehmen im großen Stil durchsetzen. Was für den einzelnen Privatnutzer gilt, soll bald flächendeckend in den global verstreuten Microsoft-Datenzentren folgen. Zukünftig will das Unternehmen die Serverstandorte nach Kriterien der Energieeffizienz auswählen: "Die direkte Umwelt soll mit einbezogen werden", sagt Ballmer und eine Videopräsentation erklärt, warum das irländische Klima ideal dazu geeignet sei, die Großrechner mit der natürlichen Umgebungsluft zu kühlen.
Microsoft-CEO Ballmer: "Diese CeBIT wird aufregender als je zuvor!" Bild: onlinekosten.de
Kooperation mit Yello Strom: Watt-Zahlen in Echtzeit
Damit der Umweltschutz nicht erst auf der grünen Insel, sondern bereits im heimischen Wohnzimmer beginnt, nutzte der Microsoft-CEO die Gelegenheit, eine neue Kooperation mit Yello Strom bekannt zu geben. Kunden des Energieunternehmens können sich zukünftig den "
Sparzähler online" installieren lassen, der den schwarzen Stromzähler ablösen soll. Dank der von Microsoft zur Verfügung gestellten Technologie wäre es damit möglich, sich die verbrauchten Watt-Zahlen von Kühlschrank, Herd und Hifi-Anlage in Echtzeit auf den Computerschirm zu holen. "Tests haben ergeben, dass Stromkunden durch diese neue Transparenz im Schnitt fünf bis zehn Prozent der Energiekosten sparen."